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Ratingen: Bad Aces: Das erste Album

Ratingen : Bad Aces: Das erste Album

"Rope a Dope" reißt mit, könnte aber mehr Abwechslung vertragen.

"Rope a Dope" ist allein wegen ihrer Aufnahmetechnik eine besondere CD. Sie wurde nicht etwa in einem Studio aufgenommen, sondern in der Lintorfer Manege, und zwar unter der Leitung von Jon Caffery. Der Brite gilt als Produzentenlegende und hat schon Alben von den "Toten Hosen" aufgenommen. Caffery war von der enormen Energie der Liveauftritte der Ratinger Band begeistert und wollte diese Dynamik unbedingt für das Album erhalten. So entstand die Idee, die Musik einzuspielen, während die Band gemeinsam auf der Bühne steht.

Der Konzertsaal der Manege wurde zu diesem Zweck in ein Tonstudio verwandelt, überall im Raum wurden Mikrofone installiert. Danach arbeiteten die "Bad Aces" drei Tage lang von morgens bis abends zusammen mit Jon Caffery an den Aufnahmen. Caffery mischte im Studio dann das ganze Material zusammen und präsentierte schließlich "Rope a Dope" als Ergebnis. Am 17. April wurde das Album im Rahmen eines Konzertes vorgestellt und erstmals zum Kauf angeboten.

Die elf Songs auf der CD haben in der Tat einen anderen Klang, als man es von Studioaufnahmen gewohnt ist. Gerade die Soli, die in vielen Stücken vorkommen, klingen authentisch, aber nicht perfekt auf den Gesamtsound abgestimmt. Der oft schon fast geschriene Gesang von Sänger Robert Wiegand harmoniert wunderbar mit dem Hintergrundgesang und dem gesamten Klang der Band. Besonders im Refrain reißt der Gesang den Zuhörer in fast jedem Song mit.

Generell gibt es auf dem Album keine schwachen Songs. Wie es wohl kaum zu vermeiden ist, sind auf der CD allerdings einige Lieder, die deutlich besser sind als die anderen und diese etwas untergehen lassen. Das erste dieser Spitzen-Stücke ist "Blood Brothers". Die Melodie der Gitarren geht einem sofort in den Kopf. Der Gesang versprüht, besonders im Refrain, eine unglaubliche Energie und macht Lust aufs Mitsingen. Die beiden Songs "Silver Ring" und "East to West" sind vielleicht die besten des Albums. Wie eigentlich fast alle Lieder der CD beeindrucken sie durch mitreißenden Gesang und energiegeladene Rythmen.

Was das Album allerdings nicht zu bieten hat, ist Abwechslung. Einige Stücke klingen ziemlich ähnlich, sind ähnlich aufgebaut. Während eines Konzerts fällt einem dies nicht unbedingt auf — auf der CD leider schon.

Die "Aces" wollten auf dem Album mit dem gleichen Sound wie bei ihren Auftritten glänzen. Dies ist ihnen gelungen. Da sie für die Aufnahmen dieselben Gerätschaften benutzt haben, die sie auch bei Live-Auftritten verwenden, ist der Klang nahezu identisch. Man kann also zu einem ihrer aufregenden Konzerte gehen, "Rope a Dope" kaufen und zu Hause das Ganze nochmal vor dem inneren Auge mit der Musik aus der Stereo-Anlage erleben.

Der Begriff "Rope a Dope" kommt übrigens aus dem Boxsport. Es geht dabei um eine Taktik, bei der der Boxer sich defensiv verhält, während der Gegner sich an ihm müde boxt. Ist der Gegner müde, kann man seine Schläge effektiv platzieren. Vor allem Boxlegende Muhammed Ali prägte diesen Begriff. Die fünf Musiker interpretieren die Formulierung so, "dass es immer einen Weg gibt, auch wenn dieser im Moment nicht sichtbar ist. Aber mit dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten geht es auf jeden Fall voran".

Jetzt müssen die "Bad Aces" nur noch abwarten, wie die deutschen Rockmusikfans ihr Debütalbum annehmen. Konzerte in ganz Deutschland sind bereits geplant (www.badaces.de).

Nächster Auftritt der Band in Ratingen ist am Samstag, 7. August, als Kicker beim "Battle of the bands" im Stadion und abends ab 20 Uhr als Musiker in der Manege.

(RP)