Babsi ist Königin der Ratinger Bruderschaft.

Neue Majestäten der Ratinger St. Sebastiani Bruderschaft: Königin Babsi liebt das Brauchtum

André van Rennings hatte von seiner Frau die Lizenz zum Königwerden. Tatsächlich wurde der Traum der beiden wahr, einmal im Leben Majestät zu sein.

Es ist oft ähnlich, wenn es darum geht, royal zu werden: Ob die Stewardessen-Tochter in England, die Schwimmerin in Monaco, die Schauspielerin aus den USA: Mädel, stell‘ es gescheit an und heirate. Allein bei den Schützen, auch den Ratinger, kann es ganz anders gehen. Denn das derweil amtierende Königspaar war schon verheiratet, als der Königsschuss aus ihnen Gekrönte machte.

Babsi, tatsächlich Babsi, wurde schon lange so genannt. Aber Ehemann André van Rennings befand sich noch im Kindertraum vom Schützenkönig. Und Babsi hoffte mit ihm darauf, Sebastiani-Majestät zu werden, denn „man kann einem Mann doch nicht sein Hobby vermiesen“.

Wahrscheinlich haben die „richtigen“ royalen Frauen auch den oft ersten Gedanken, der eine Schützenkönigin bewegt: Was ziehe ich an? Bei Babsi van Rennings war das besonders spannend, denn sie hatte nicht – auf höhere Ehre hoffend – im Büro gehockt oder gemütlich daheim gewartet. Sie stand nicht weit entfernt auf dem Kirmesplatz, als der Ihrige draufgehalten und dann auch die Platte runtergeholt hatte. Es war schon vereinbart gewesen, dass er wirklich Schützenkönig werden wollte. Und jetzt ging es hopphopp mit dem Anziehen.

Also saß Queen Babsi noch am selben Abend im rosa Geblümten, eine Blüte im blonden Haar, in der Kalesche und wurde im Fackelzug zum Schützenzelt geleitet. Damit und mit den Feierlichkeiten im Zelt ist der Spaß jetzt erst einmal vorbei – im nächsten Jahr gibt es neue Kleider, neue Frisuren, eine große Kutschentour durch die Stadt.

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Auch das wird ganz nach dem Geschmack von Babsi van Rennings sein. Erst einmal ist sie – vor 40 Jahren – in Berlin geboren und dann hat sie nach ihrer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau erst einmal in dem Job gearbeitet. Dann, mit 22 Jahren, hat sie Köpenick und die liebe Familie verlassen und ist als Animateurin nach Mallorca gegangen. „So toll wie ich fand meine Mutter das nicht“, meint sie heute, aber „sie hat mich ja auch zu einem selbstsicheren Menschen erzogen, der seine Träume lebt“.

Nach allerhand Spaß und vielen geschminkten Touri-Kindern ging der Traum auf dem Aida-Clubschiff weiter, Remmidemmi inklusive. Davon kann man auch mal genug haben. Das war 2006. Sie arbeitete in Köln und in Hamburg. Und führte erst mal zwei Jahre die Fortsetzung des Fernwehs mit anderen Mitteln – sie führte eine Fernbeziehung. Vor zehn Jahren schließlich zogen die van Rennings nach Ratingen. Der Ehemann hatte schon als Kind ein Herz für die Schützen, Babsi entdeckte  flugs ihr Herz für das Sommerbrauchtum in der Dumeklemmerstadt.

An den Schützen schätzt sie den Zusammenhalt, die Aktivitäten, die erfreuliche Atmosphäre. Kathrin Kaschel, seit zehn Jahren mit der Schützenkönigin befreundet, unterstreicht diese Meinung: „Babsi ist ein humorvoller und weltoffener Mensch. Sie ist hilfsbereit, kreativ, sportbegeistert, zielstrebig, liebt flache Wortwitze und ist für verrückte Ideen aller Art zu begeistern“.

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