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Ausstellung im Haus Oberschlesien geht zu Ende.

Finissage : Ausstellung erinnert an Euthanasie-Opfer

Rund 2500 Menschen aus Schlesien wurden zwischen den Jahren 1940 und 1945 vom Nazi-Regime ermordet. 21 Schautafeln zeigen die mörderischen Auswirkungen der NS-Gesundheitspolitik.

Mehr als 2500 Menschen aus Schlesien fielen zwischen 1940 und 1945 den nationalsozialistischen Krankenmorden zum Opfer. Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung, Kranke und Schwache, besonders auch Kinder und Säuglinge, wurden als für die Gesellschaft schädlich angesehen und galten als nicht lebenswert.  Dem systematischen Massenmord durch Euthanasie fielen unter dem NS-Regime Hunderttausende kranker und behinderter Menschen zum Opfer. Allein in der Gaskammer der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein starben mehr als 1500 Menschen aus Schlesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die Verbrechen für viele Jahrzehnte weitgehend vergessen.

Seit dem 17. Mai erinnert das Oberschlesische Landesmuseum mit der Wanderausstellung „Vergessene Opfer der NS-Euthanasie“ an die Ermordung schlesischer Anstaltspatienten in der Zeit von 1940 bis 1945, die von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Pirna Sonnenstein 2018 erarbeitet wurde. Die Wanderausstellung zeigt auf 21 Tafeln die mörderischen Auswirkungen der NS-Gesundheitspolitik in Schlesien.

Da coronabedingt die ursprünglich geplante Ausstellungseröffnung nicht stattfinden konnte, gibt es nun zum Abschluss am Sonntag, 30. August, ab 15.30 Uhr, eine Finissage. Hagen Markwardt, Wissenschaftlicher Referent der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, wird an diesem Tag mit einem Vortrag in die Ausstellungsthematik einführen und bei einer anschließenden Führung die Ausstellung im Haus Oberschlesien, Bahnhofstraße 71, in Hösel vorstellen.

Die Teilnahme an der Finissage ist kostenfrei. Erforderlich ist eine Anmeldung mit vollständigem Vor- und Nachnamen, Telefonnummer und Adresse unter dem Stichwort „Finissage 30.8.2020“ telefonisch unter 02102/9650 oder per E-Mail.

info@oslm.de

(RP)