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Ausstellung der Ratingerin Bettina Dorfmann seit 16 Jahren unterwegs

Ausstellung auf Reisen : Ratinger Ausstellung ist Erfolgsmodell

Die Ratingerin Bettina Dorfmann sammelt seit vielen Jahren Barbies. Ihre Ausstellung „Barbie macht Karriere“ ist im 16. Jahr ununterbrochen auf Tour und fand damit sogar Einzug ins Buch der Rekorde.

Vor rund 25 Jahren entdeckte Bettina Dorfmann ihre Leidenschaft. Heute besitzt sie die größte Barbierpuppensammlung der Welt, mit der sie sogar einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde hält. Nicht der einzige Rekord, den Bettina Dorfmann und ihre Barbies innehaben.

Der Ursprung eines weiteren Rekordeintrags liegt in Ratingen. Im November 2004 konzipierte Bettina Dorfmann gemeinsam mit Museumspädagogin Karin Schrey die Ausstellung „Busy girl – Barbie macht Karriere“ für das Museum Ratingen. Damit lenkten die beiden Frauen den Fokus vom blonden Anziehpüppchen auf den Wandel von Berufs- und Lebenswelten der Frauen seit 1950.

„Ausstellungen habe ich immer schon organisiert“, erinnert sich Bettina Dorfmann, Vorsitzende des Vereins Ratinger Puppen- und Spielzeugfreunde. „Dann habe ich Karin Schrey kennengelernt. Gemeinsam haben wir dann neue Konzepte und Themen für Ausstellungen entwickelt.“ Darunter eben auch die, die Barbie als Karrierefrau vorstellt.

„Barbie hat heute einen Hochschulabschluss“, so Dorfmann. Ihr stehen beruflich alle Türen offen. Die Traumberufe der 30-Zentimeter-Schönheit haben sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt: „Vom Babysitter bis zur Kanzlerin, von der Fachverkäuferin bis zur Ärztin, von der Stewardess zur Pilotin. Heute fliegt Barbie sogar als Astronautin zum Mond.“

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In ihrem Fundus haben Schrey und Dorfmann kaum einen Beruf, den sie Barbie nicht auf den Leib schneidern können. „Zum Teil sind die Berufsbilder sehr spezifisch“, berichtet Dorfmann. Barbie kann ihren Talenten entsprechend in die Rolle einer Kinderärztin, Zahnärztin, Tierärztin oder Chirurgin schlüpfen. Sogar in der Armee kann der Kinderzimmerstar Karriere machen. „Wie die Frau in der modernen Gesellschaft kann sie einfach alles verwirklichen, wovon sie beruflich träumt“, sagt Dorfmann.

Dabei ist Barbie längst nicht mehr durchgehend blond. „Sie hat verschiedene Haut- und Haarfarben“, erklärt die Sammlerin. Längst erobert die Puppe auch, beziehungsweise trotz, Handicap oder der Hautkrankheit Vitiligo die Karriereleiter. Hersteller Mattel hat Barbie längst auch den Umgang mit dem Computer oder Webcams beigebracht. „Barbier kann sogar per USB-Anschluss an einen Computer angeschlossen werden“, berichtet Dorfmann.

Die stetige Weiterentwicklung ist einer der Gründe, warum die Mitarbeiterin des Museums im Trinsenturm immer neue Schätze für ihre Sammlung findet. Nur ein Teil ihrer Barbies geht mit der Ausstellung auf Reisen. „Ich habe zu Hause einen eigenen Ausstellungsraum“, erzählt sie.

Zum 15. Geburtstag der Präsentation „Barbie macht Karriere“ machte die Ausstellung noch einmal in ihrer Heimatstadt Ratingen Station. Vor wenigen Tagen begleitete sie eine Abordnung ihrer Karrierefrauen nach Emden, wo die Schau „Busy Girl“ im Landesmuseum aufgebaut wurde. „Rund zwei Tage dauert der Aufbau“, sagt Dorfmann. Bis August bieten die Schaukästen einen Einblick in Barbies Arbeitswelt und verdeutlichen so, wie sich die Berufswelten von Frauen verändert haben.

Damit ist „Busy girl“ die Wanderausstellung, die am längsten ununterbrochen in deutschen Museen gezeigt wurde. Auch dafür gab es eine Urkunde vom Deutschen Institut für Rekorde. Von der Dumeklemmerstadt aus erobern Bettina Dorfmanns Barbies nicht nur die Karriereleiter, sondern das ganze Land.

Die Sammlerin betreut unterdessen die Spielzeugausstellung im Trinsenturm und ist als Sachverständige und Gutachterin kompetente Ansprechpartnerin für Sammler und Puppenmütter. Und sollte im Laufe ihres Lebens eine Barbie zu Schaden gekommen sein, verhilft ihr Dorfmann wieder zu alter Schönheit. Damit rettet sie ebenso Kindheitserinnerungen wie finanzielle Werte. „Seltene Stücke können bis zu 2000 Euro wert sein, berichtet die leidenschaftliche Sammlerin.