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Heiligenhaus: "Aushängeschild für die Wehr"

Heiligenhaus : "Aushängeschild für die Wehr"

Das Feuerwehrmuseum an der Abtsküche hat jetzt 600 Quadratmeter große, sanierte Räume. Günter Brunnöhler, Mitgründer der landesweit größten Sammlung zur Feuerwehrgeschichte, erhielt die Schlotschmed-Medaille.

"Die Feuerwehr tut so viel für uns und das auf freiwilliger Basis. Da sollte man etwas zurückgeben", sagt Uta Fibelkorn, von der Firma Fibelkorn, die ihre Halle vier Jahre dem Heiligenhauser Feuerwehrmuseum zum Lagern verschiedener Exponate zur Verfügung stellte.

Heiko-Thorsten Kaiser, Sprecher des Museums, erinnert sich: "Wir räumten unsere Scheune aus und konnten damit gut die Hälfte der Halle füllen. Als Museumsmitgründer Günter Brunnöhler dies sah, konnte er gar nicht glauben, dass das alles mal in seiner kleinen Scheune dicht bei dicht stand. Spätestens dann waren wir sicher, dass es Zeit für einen Umbau war."

Vier Jahre Umbauzeit

Am Mittwoch, wurden — nach vierjähriger Umbauzeit — die neuen Räume vorgestellt. Bürgermeister Dr. Jan Heinisch, der selbst 1989 der Jugendfeuerwehr beitrat, begrüßte die Gäste in Uniform und betonte die Bedeutung des Feuerwehrmuseums für die Stadt: "Ein Denkmal für die Arbeit der Feuerwehr und ein Aushängeschild für das Feuerwehrwesen ist wieder in Heiligenhaus. Es ist die größte Sammlung zur Geschichte der Feuerwehr in ganz NRW und hat sowohl Experten sowie normalen Bürgern und vor allem Kindern viel zu bieten." Günter Brunnöhler wurde mit der Schlotschmed-Medaille geehrt. Der 80-Jährige gründete vor 40 Jahren nicht nur das Museum, sondern auch die Jugendfeuerwehr, die heute aus 36 Jugendlichen besteht.

Die drei fertiggestellten Räume der Ausstellung behandeln verschiedene Themen im Alltag der Feuerwehr. In einem geht es um die medizinische Versorgung von Verletzten.

Dort gibt es alte Defibrillatoren, Verbandskasten und Atmungsgeräte zu entdecken. Etwas, das wie eine Mischung zwischen einer Schubkarre und einem überdimensionalen Kinderwagen aussieht, ist der Vorläufer des Krankenwagens von etwa 1900.

Vorläufer des Krankenwagens

"Wenn jemand krank war, holten städtische Angestellte ihn mit diesem Gefährt zu Hause ab und schoben oder zogen ihn dann zu einem Krankenhaus. Das nächste war damals in Essen-Werden. Der Patient konnte also von Glück reden, wenn er nach diesem Marsch noch lebte", erklärte Kaiser. Die beiden anderen Räume stellen die Feuerwehruniformen im Wandel der Zeiten sowie die Alarmkette vor. "In der Nacht der Museen durfte hier der Alarm geläutet werden, weil wir die Abläufe der Alarmkette verdeutlichen wollten.

Und weil viele Kinder, aber auch Erwachsene gerne mal einen Feuerwehrhelm aufsetzen möchten, war dies auch möglich. Außerdem sieht man dadurch, was für ein Unterschied zwischen einem modernen und einem alten, schweren Messinghelm besteht. Wir möchten einfach ein Museum zum Anfassen sein", sagte Kaiser.

(goc)