Ratingen: Aus dem neuen Ratssaal kann bald live gesendet werden

Ratingen: Aus dem neuen Ratssaal kann bald live gesendet werden

In allen Kommunen wird über die Digitalisierung der Ratsarbeit nachgedacht. Sehr weit ist man allerdings noch nicht: Die Fächer der Ratsfraktionen im Rathaus am Eutelis-Platz werden nach wie vor täglich mit dünnen und dicken Vorlagen und Antworten auf Anfragen gefüttert - obwohl es zumindest die Vorlagen sowie auch die nicht-öffentlichen Unterlagen (Password geschützt) auch im Ratsinformationssystem der Stadt Ratingen gibt. Der Neubau des Rathaus bietet aber Chancen, den Weg in Richtung papierloses Ratsmandat zu beschreiten.

So beantragte die CDU-Fraktion Ende vergangenen Jahres, ein "papierloses Ratsmandat" einzuführen. "Die Möglichkeit der Einsparung von Millionen Blättern Papier, von finanziellen Mitteln und die ökologischen Verbesserungen durch Verringerung des CO2-Ausstoßes haben dazu geführt, dass bereits zahlreiche Städte auch in NRW diese Geräte angeschafft und ihren Ratsmitgliedern für die Zeit ihres Mandates zur Verfügung gestellt haben", erläuterte Jörg Maaßhoff, CDU-Ratsmitglied aus Breitscheid. Wie weit ist man in Ratingen? Dazu Ulrike Trimborn von der Pressestelle: "Der Ratsbeschluss vom 23.11.2017 sieht die Anschaffung von Tablets und der entsprechenden APP vor, damit die Ratsmitglieder künftig papierlos arbeiten können. Entsprechende Haushaltsmittel für 2018 wurden bereits eingestellt. Da aber 2019 der Austausch des jetzigen Ratsinformationssystems vorgesehen ist, empfiehlt der Arbeitskreis IT (Informationstechnologie und Digitale Agenda) in seiner Sitzung vom 21.02.2018, die Anschaffung von Tablets und APP bis zur Umstellung auf ein neues Ratsinformationssystem 2019 zu verschieben."

Im neuen Rathaus und damit auch im Ratsaal soll öffentliches WLAN zur Verfügung stehen.

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In anderen Kommunen gibt es bereits die Möglichkeiten einer Live-Übertragung der Ratssitzungen ins Internet. Oder es wird zumindest diskutiert. Auch die FDP drückt aufs Tempo in Sachen Digitalisierung der Stadt. So fragte FDP-Fraktionschefin Hannelore Hanning in der März-Sitzung des Stadtrates: "Sind für Live-Stream-Übertragungen entsprechende Leitungen für den neuen Ratssaal vorgesehen?". Jetzt liegt die Antwort des Amtes für Gebäudemanagement vor: Es seien tatsächlich die notwendigen Leitungen und Anschlüsse im neuen Ratssaal vorgesehen. Es dürfte also noch einige Zeit vergeben, bis live gesendet wird.

In Leverkusen sind sechs Ratssitzungen im Live-Stream übertragen worden. Das kostet pro Sendung 1600 Euro. Ein externer Dienstleister kümmert sich darum. Etwa 1400 Zugriffe werden jeweils gezählt. Erst vor kurzem hat Monheim die Premiere der Live-Übertragung gefeiert. Noch während die Sitzung lief, war die Aufzeichnung der ersten Tagesordnungspunkte unter monheim.de abrufbar.

(JoPr)