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Heiligenhaus: Aula wird zum Hofbräuhaus

Heiligenhaus : Aula wird zum Hofbräuhaus

Die schönsten Dirndl und zünftige Krachlederne sorgten für den besten "Wies'nzauber" oberhalb der Mainlinie, und zwar beim Oktoberfest in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums. Musikanten und Moderator sorgten für Atmosphäre und Betrieb auf der Tanzfläche.

Heiligenhauser, die aus unterschiedlichen Gründen nicht nach München fahren konnten oder wollten, aber ein Herz für den gemütlichen Teil des südlichen Landesteils haben, trafen sich am Samstag in der Kant-Aula. Je später der Abend, desto besser die Stimmung, denn die "Sodenthaler Musikanten" heizten allen kräftig ein. Ihre große Auswahl an Volksmusik, Tänzen und Liedern brachte den rechten Schwung. Es lag nicht zuletzt an der sorgfältigen Einstudierung des Blasorchesters unter der Leitung von Hubert Amrhein, das mit seinem gepflegten Klang für die richtige "Gaudi" sorgte.

Gäste sparten nicht mit Beifall

Die einzelnen Instrumentalgruppen zeigten außerordentliches Können, wobei die Flügelhörner mit ihrem eigenen Sound noch mal besonders hervortraten. Auch die Liedeinlagen gefielen den Gästen, die daher nicht mit Beifall sparten. "Und jetzt die bayrische Nationalhymne", rief der Orchesterleiter ins Mikrofon. Alle erhoben sich von ihren Plätzen, die Bierkrüge in der Hand, und stimmten das altbekannte Lied: "In München steht ein Hofbräuhaus, eins, zwei, g'suffa..." ein.

Schon beim Betreten der Aula fiel die heimelige Atmosphäre auf. Zu den weißblauen Rautendecken der Biertische, die locker in der Aula verteilt standen, schmückten weißblaue Girlanden den Saal und die Bühne. Einen ganzen Tag lang hatte Jürgen Karrenberg mit einigen Freunden und Freundinnen zu tun, um eine bühnenreife Saaldekoration zu bewerkstelligen. Das gelang vor allem mit Hilfe von Heiligenhauser Sponsoren. So stammten die Materialien für die originelle Almhütte mit eingezäunter Wiese von der Firma Holz-Müller und die Kuh auf der Weide mit dem kleinen Kälbchen von der Familie Bierfreund.

Ein ausgestopfter Auerhahn am Dachfirst und rankendes Laub an der Hütte, in der sich der ehemalige Kulturamtsleiter Reinhard Schneider zu einem Humpen Bier mit Freunden in zünftiger Tracht niedergelassen hatte, versetzte den Rheinländer in eine Ferienwelt. Die Gärtnerei von den Eichen trug mit Pflanzen und Körben voller Obst und Gemüse zum Eindruck eines Erntedankfestes bei, ebenso wie die Fässchen Wein und Bier.

Mit Humor forderte Hubert Amrhein die Gäste immer wieder zum Tanzen und Singen auf: "Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit." Gerne kamen fast alle dieser Aufforderung nach und sangen, tanzten oder schunkelten mit Begeisterung. Auch an hintergründigen Sprüchen ließ er es nicht fehlen: "Hätt' Adam dieses Bier besessen, hätt' er den Apfel nicht gegessen." Zu trinken gab es "Königliche bayrische Tradition" und zwar König Ludwig Hell, in kleinen Humpen, von jungen Frauen in Dirndln serviert. Leberkäse, Spießbraten, Sauerkraut oder Brezeln holte man sich an der Theke.

Klugerweise gingen die meisten Heiligenhauser zu Fuß zum Oktoberfest oder sie bildeten Fahrgemeinschaften zu diesem feucht-fröhlichen Ereignis.

(gan)