Augen für die Botschaft des Advent öffnen

Angedacht : Augen für Advents-Botschaft öffnen

In der immer noch großen Sicherheit und dem Reichtum des Westens sind wir bei allem, was unsere Bequemlichkeit gefährdet, sehr empfindlich. Wir träumen vom Paradies, würden gerne in einer problemlosen Welt, ohne Gefahr, ohne Angst, leben.

Tun dies – seien wir ehrlich – oft auf Kosten der Nächsten und der Fernsten.

Dass, was für uns oft als schwarzes Szenario gilt, das Gegenteil unserer paradiesischen Träume, für Ungezählte ist es eine brutale Realität. Im Nahen Osten leben sie in Angst, sind zahllose Häuser unbewohnbar durch Terror oder Krieg. So viele Verletzte, Hoffnungslose, Tote! Für sie hat das Ende der Welt schon begonnen. Freilich: Auch die Menschen dort träumen vom Paradies, aber für sie bedeutet es: irgendwie durch den Alltag zu kommen, einfach nur zu überleben. Für jene, deren kleine Welt ruiniert wurde, die in den Trümmern leben, die auf der Flucht sind, bedeutet das Paradies einfach etwas Normalität: die eigenen vier Wände, Arbeit,  Schule für ihre Kinder, gute Nachbarschaft.

Die biblischen Texte, die in diesen Wochen in unserer Kirche gelesen werden, sprechen Lebenswirklichkeiten im Ausnahmezustand deutlich an. Das ist wichtig! Nur wer sich der Lebenswirklichkeit stellt, kann eine Zukunftsperspektive entwickeln. Diese Lebenswirklichkeit vieler nicht zu verdrängen, vermag die Augen für die Botschaft des Advent zu öffnen. In ihm werden wir auf das Kommen dessen, der uns Frieden verkündet und gebracht hat, warten: Jesus aus Nazareth, Sohn des Nahen Ostens. Trifft seine Botschaft unser Herz? Wohl nur, wenn wir die, die in Angst und Schrecken leben, nicht vergessen. Die Fernen uns nahe kommen lassen. Vergessen wir sie nicht, sonst geht Christus an uns vorbei.