Ratingen: Athleten und Helfer zeigen Sportsgeist

Ratingen : Athleten und Helfer zeigen Sportsgeist

Beim Mehrkampf-Meeting und beim Breitscheider Lauf leisteten über 200 Mitarbeiter ehrenamtlich ganze Arbeit.

Regen? Verhältnismäßig kühle Temperaturen? "Nee, die stören uns nicht. Es gibt ja genügend Möglichkeiten, sich dagegen zu schützen", sagt Jutta Langner lachend und gewährt einen Blick in ihren Rucksack: "Decke, Regenumhang - alles dabei. Wir sind ja schließlich nicht zum ersten Mal bei so einem Wettkampf", verrät die 42-Jährige und muss ihren Blick erst einmal wieder vom Gesprächspartner abwenden. Schließlich ertönt in dem Moment auf der Laufbahn der Startschuss für die Zehnkämpfer, da ist erst einmal lautstarkes Anfeuern, Jubeln und vor allem Klatschen angesagt: "Wir sind schließlich hier, um Stimmung zu machen und die Athleten nach vorne zu peitschen", so die Norddeutsche, die schon zum sechsten Mal beim Mehrkampf-Meeting in Ratingen auf der Tribüne sitzt: "Wann immer es geht, versuche ich zu solchen Veranstaltungen mit ein paar Freundinnen zu reisen. Es ist einfach faszinierend, diese Sportler zu beobachten." Scheinbar geht das nicht nur ihr so: "Das machen viele so. Oft sieht man auf den Rängen bekannte Gesichter, dann ist das Hallo immer groß. Es ist ein bisschen wie eine große Familie."

Ein Kraftakt war das Meeting für Weitspringer Norman Müller ebenso wie für die Helfer im Stadion. Foto: Achim Blazy

"Eine große Familie, das sind die Ultraläufer wohl auch", sagt Klaus Stemmer vom TuS Breitscheid und begrüßt schnell noch einen Läufer. Ultraläufer, das sind die Menschen, die Stunde um Stunde, Kilometer um Kilometer laufen. Zum achten Mal sind die in diesem Jahr auf der Anlage am Mintarder Weg zusammen gekommen, um ihren Sport zu betreiben. Und das wie immer im Ratinger Norden für den guten Zweck: "Wie in den vergangenen Jahren auch kommt der Erlös wieder der Helen-Keller-Schule zugute", sagt Stemmer, der zusammen mit seinen rund 60 Helfern dafür gesorgt hat, dass sich die Sportler in Breitscheid wohl fühlen und beste Bedingungen vorfinden. "Manche von ihnen kommen extra aus Norddeutschland, um hier zu laufen." Zwar nicht aus dem hohen Norden, sondern lediglich aus dem Ruhrgebiet kommt Ralf Hansen, der auch schon Stammgast in Breitscheid ist. Seit einer Erkrankung kann er die Strecke nicht mehr im Lauftempo zurücklegen, dafür ist er unter die Ultra-Walker gegangen. "In diesem Jahr bin ich 24 Jahre verheiratet, möchte 24 Runden laufen und habe die Startnummer 24", sagt der 52-Jährige. Dass die Strecke rund um den Breitscheider Sportplatz dabei auch über Wald und Wiese führt, ist auch nach Sturm Ela kein Problem: "Es ist alles aufgeräumt. Am Donnerstag haben Nachbarn sogar noch extra einen kleinen Weg neben ihrem Grundstück gereinigt, weil sie wussten, dass unser 24-Stunden-Lauf ansteht. Das fand ich toll", freut sich Stemmer.

Foto: Blazy, Achim (abz)

Auf Hilfe ist man auch in der Innenstadt angewiesen, aber zum Glück kann der TV Ratingen, der das Mehrkampf-Meeting schon seit vielen Jahren veranstaltet, auf eine große Zahl von Freiwilligen zurückgreifen. 150 Helfer sorgen dafür, dass im und am Stadion alles in geordneten Bahnen läuft. Vor der Tür versuchen die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr, das Parkplatzchaos in den Griff zu bekommen - mit Erfolg.

Und so haben Breiten- und Leistungssport auch an diesem Wochenende etwas gemeinsam- egal ob es um den guten Zweck oder das Ticket für die Leichtathletik-Europameisterschaft geht: Ohne Unterstützung geht es nicht. Sowohl von den Rängen als auch an den Wettkampfstätten selber.

(wol)