Aneurysma: Gefäßteam entschärft tickende Zeitbombe

Gesundheit : Aneurysma: Gefäßteam entschärft tickende Zeitbombe

Das funktioniert minimal invasiv mit Kathetern durch die beiden Leisten- und Beckenschlagadern.

(RP) Frank Schade (59) aus Velbert ist ein typisches Beispiel für einen Gefäßpatienten: Er leidet unter hohem Blutdruck, er braucht Tabletten für seinen Cholesterinspiegel, und er hat geraucht. Das haben seine Herzkranzgefäße nicht unbeschadet überstanden, so dass er im Dezember 2018 einen Herzinfarkt erlitt.

Während des stationären Aufenthaltes im Helios Klinikum Niederberg fanden sich dann weitere Gefäßprobleme. Die Bauchschlagader war auf fast 6 Zentimeter aufgeweitet, ein sogenanntes Bauchaortenaneurysma. Außerdem war die rechte Beckenschlagader komplett verstopft. „Ein Bauchaortenaneurysma ist wie eine Zeitbombe im Bauch, weil die aufgeweitete Bauchschlagader jederzeit platzen kann“, fasst Dr.  Gabriele Kischel-Augart, Chefärztin der Klinik für Gefäßchirurgie, zusammen. Daher musste Herr Schade dringend behandelt werden. Aber wie?

Die schonendste Behandlung eines Bauchaortenaneurysmas ist die Abdichtung von innen durch eine sogenannte „Endovaskuläre Stentprothese“. Das funktioniert minimal invasiv mit Kathetern durch die beiden Leisten- und Beckenschlagadern. Bei Frank Schade war allerdings der Weg über die rechte Beckenschlagader verstopft, so dass diese Möglichkeit für ihn leider nicht infrage kam. Die Alternative wäre der Ersatz der Bauchschlagader durch eine künstliche Gefäßprothese gewesen, die über einen Bauchschnitt eingesetzt wird. Eine so große Bauch-OP hätte allerdings, nach dem kürzlich erlittenen Herzinfarkt, ein recht hohes Risiko bedeutet.

Das Team der Gefäßspezialistinnen um Kischel-Augart fand die ideale Lösung für Frank Schade: Im ersten Schritt wurde mit Hilfe eines Drahtes und eines Katheters die rechte Beckenschlagader wieder so weit geöffnet, dass die endovaskuläre Stentprothese durchpasste. Dadurch konnte dann im zweiten Schritt das Bauchaortenaneurysma erfolgreich beseitigt werden. Zu guter Letzt bekam die rechte Beckenarterie auch noch einen Stent, um sie auch dauerhaft offenzuhalten.

Bereits nach fünf Tagen konnte Frank Schade das Klinikum wieder verlassen. „Meine „Zeitbombe im Bauch“ ist nun entschärft, und die Beschwerden beim Treppensteigen, die von der verschlossenen Schlagader herrührten, sind auch verschwunden“, sagt Schade, der sich darauf freut, bei der Nachuntersuchung „sein“ Gefäßteam wiederzutreffen.