Homberg: Alte Sandgrube muss gesichert werden

Homberg: Alte Sandgrube muss gesichert werden

Das naturgeschützte Areal in Homberg entwickelt sich zum Jugendtreffpunkt. Anwohner sind besorgt - denn die Grube ist nicht ungefährlich.

Es gab Zeiten, da war die Sandgrube Liethen an der Meiersberger Straße vor allem Umweltschützern ein Dorn im Auge. Sie war nicht nur politisch ein echter Dauerbrenner. Aber das ist Jahre her, der Betrieb dort ist eingestellt worden. Doch jetzt sorgt die alte Sandgrube, ein Naturschutzgebiet, wieder für Aufregung. "An den ersten schönen Wochenenden dieses Jahres haben sich dort Jugendliche getroffen", sagt ein Anwohner aus der unmittelbaren Nähe, der ungenannt bleiben möchte: "Sonst stehen die beim nächsten Mal hier bei mir vor der Tür und machen Randale."

Doch es geht dem Rentner und einigen Nachbarn nicht unbedingt um den Lärm, der durch solche Jugendtreffpunkte entsteht. Der ist störend, genauso wie viele Begleiterscheinungen. Davon können die Anwohner der Lintorfer Manege auch ein Liedchen singen: "In den letzten Wochen sind hier an den Wochenenden immer wieder junge Leute auf dem Heimweg laut lärmend vorbeigezogen, haben Flaschen zerschmissen", machen sie ihrem Ärger bei Facebook Luft. Das Problem haben die Homberger mittlerweile auch. Doch hier geht es um mehr - nämlich darum, dass die Jugendlichen sich der Gefahr, in der sie sich befinden, gar nicht bewusst sind. Denn in der Sandgrube befinden sich noch alte Tanks, nicht komplett verfüllte Löcher - die Unfallgefahr ist groß. Und das gerade nachts, denn beleuchtet ist das Areal, das nur notdürftig gesichert ist, nicht. "Ein falscher Tritt im Dunkeln und es könnte sehr gefährlich werden", so der Anwohner.

Dessen ist man sich auch bei der Stadt bewusst. Zwar gehört ihr das Areal nicht, aber das Ordnungsamt als zuständige Behörde für die Gefahrenabwehr ist trotzdem im Boot: "Die Situation ist uns bekannt, wir stehen in engem Kontakt mit dem Grundstückseigentümer und haben ihn aufgefordert, für eine vernünftige Absicherung zu sorgen", erklärte Ordnungsdezernent Frank Mendack auf Anfrage unserer Zeitung. Sollte hier jedoch nichts geschehen, kann die Stadt sehr wohl tätig werden und sich die Kosten dann vom Eigentümer wiederholen: "Das ist das letzte Mittel, was wir im Zweifel aber recht kurzfristig anwenden können", so Mendack. Bis dahin gebe es vor allem eine intensive Vernetzung mit der Polizei sowie zwischen Ordnungs- und Jugendamt. Denn nach Beobachtungen der Anwohner sollen bei den Jugendlichen auch viele dabei sein, die gerade mal 14 oder 15 Jahre alt sind. Die Spuren der nächtlichen Treffen sprechen eine deutliche Sprache: Vor allem leere Flaschen von hochprozentigem Alkohol liegen herum. Andere Abfälle lassen durchaus den Schluss zu, dass auch Drogen im Spiel sind. Dass man solche Treffen und auch den Alkoholkonsum nicht verhindern kann, wissen auch die Anwohner: "Wir haben uns ja früher auch draußen getroffen und verbotene Sachen ausprobiert." Im Falle der Sandgrube Liethen sei die Situation aber anders, weil hier jugendliche Unvernunft schnell schwerwiegende Folgen haben könnte, so der Anwohner: "Es kann ja nicht sein, dass erst etwas passieren muss, damit jemand tätig wird." Zu einem Ärgernis hat sich auch der Spielplatz an der Ulmenstraße entwickelt. Auch hier habe es laut Anwohnern bereits nächtliche Trinkgelage junger Leute gegeben. Jugend- und Ordnungsamt wollen auch hier ein besonderes Auge darauf haben, so Ordnungsdezernent Frank Mendack. Im Sommer soll es wieder gemeinsame Kontrollen mit der Polizei geben.

(RP)
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