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Ratingen: Alles dreht sich um Demenz

Ratingen : Alles dreht sich um Demenz

Zwischen dem 15. und 22. Oktober gibt es eine umfangreiche Informationswoche. Die Ratinger Demenzinitiative stellte gestern Projekte und den Hintergrund der Aktionen vor.

Demenz — immer mehr Menschen sprechen darüber, immer mehr Menschen sind betroffen, als Patient oder Angehöriger. Bereits seit 2004 setzen sich viele Institutionen vor Ort mit diesem Krankheitsbild auseinander und unter dem Dach der Ratinger Demenzinitiative für eine bessere Aufklärung und Betreuung Betroffener ein. Nun wurde erstmalig eine ganze Informationswoche rund um die Krankheit ins Leben gerufen.

Von Informationen über Ausstellungen, Vorträge und Beratungsgespräche wird vom 15. bis zum 22. Oktober alles geboten, was nicht nur die direkt betroffenen Erkrankten und Angehörigen erreichen soll. "Im Grunde möchten wir die gesamte Bevölkerung ansprechen. Vom Einzelhändler, der mit erkrankten Kunden täglich in Berührung kommt, bis hin zu Vermietern, Bankangestellten, Polizeibeamten, Frisören oder Vereinsmitgliedern", sagt Hildegard Heinrich von der Demenzinitiative, die in der Wallpassage eine eigene Räumlichkeit als Anlaufstelle unterhält. Denn oftmals, so bestätigen Michael Schifferdecker, Ärztlicher Direktor am Fliedner Krankenhaus, und Thaddäus Mohr, dortiger Oberarzt der Gerontopsychiatrie, würde der Infomationsbedarf erst erkannt, wenn es im nahen Umfeld eine Neuerkrankung gebe.

Heinrich: "In Ratingen leben bereits heute rund 1600 Menschen mit Demenz, über 400 erkranken jährlich neu." Mit der geplanten Informationswoche verfolgt man das Ziel, die vorhandenen Angebote vor Ort noch bekannter zu machen. Begonnen wird die Veranstaltungsreihe am Samstag, 15. Oktober, mit diversen Vorträgen und Beratungsständen im Foyer. Unter anderem wird Michael Schifferdecker unter der Überschrift "Demenz frühzeitig erkennen — Chancen nutzen" als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie über erste Schritte in der Auseinandersetzung mit der Erkrankung berichten. "Während die Chance zu erkranken bei einem Sechzigjährigen noch bei nur einem Prozent liegt, ist sie bei einem Neunzigjährigen bereits bei 30 bis 40 Prozent", erklärt er. Auch Tagebuchauszüge von Frederike Winkler, die ihre erkrankte Mutter fünf Jahre begleitet hat, wird es an diesem Tag geben, genauso wie nähere Informationen rund um das Thema Leistungen und Service der Pflegekassen. "In den darauffolgenden Tagen wird es Veranstaltungen in den jeweiligen Stadtteilen geben", kündigt Hildegard Heinrich an.

Im Vorfeld wird das "Memory Mobil" für kostenlose und anonyme Gedächtnistests einen ganzen Tag lang auf dem Marktplatz stehen. Mohr betont: "Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es werden auch dort schon eine Menge Informationen über Alzheimer und Demenz, Möglichkeiten der Früherkennung und Behandlung zur Verfügung gestellt." Auf die Frage, was von Arztseite aus vorbeugend empfohlen wird, sind sich die Fachleute einig: "Es gibt natürlich keinen wirklichen Schutz davor. Aber sich körperlich und geistig rege zu halten und sich gesund zu ernähren, kann eine Hilfe sein."

(dvd)