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Aktuelle Bauprojekte reichen nicht aus

Ratinger Bauprojekte : Projekte: So baut die Stadt auf die Zukunft

In der Stadt gibt es zahlreiche Bauvorhaben, doch es muss noch deutlich mehr geschehen. Bei den Unternehmen tut sich eine Menge.

Die Stadt will mehr Wohnquartiere schaffen, auch entlang der Westbahn, die irgendwann zahlreiche Pendler von A nach B transportieren soll. Das ist noch Zukunftsmusik. Und es könnte mit der Reaktivierung der Weststrecke noch erheblich länger dauern (die RP berichtete).

Während die Politik darüber diskutiert, wie man mehr bezahlbaren Wohnrum schaffen und aus Einpendlern Einwohner machen kann, zeigen Zahlen aus dem vergangenen Jahr, wie groß der Handlungsbedarf ist.

Fakt ist: Es gibt massiven Nachfrage-Druck und gravierende Veränderungen auf dem Immobilienmarkt. Die größten Preissteigerungen bei Eigenheimen gab es nicht etwa in Düsseldorf, sondern vor allem in Ratingen, Neuss und Mettmann. Während in der Landeshauptstadt die Preise für Einfamilien- und Reihenhäuser höchstens um zwei Prozent stiegen, kletterten sie in Umlandstädten teils im zweistelligen Prozentbereich.

So erhöhten sie sich in Ratingen und Neuss zum Teil zwischen zehn und zwölf Prozent. Dies geht aus dem Immobilienpreisspiegel 2021 des Ringes Deutscher Makler (RDM) Düsseldorf hervor. Neben der Landeshauptstadt analysierte der Verband zudem die Preis- und Mietentwicklung in sechs Städten des Umlands.

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Dass vor allem junge Familien verstärkt Düsseldorf den Rücken kehren und ins Umland abwandern, ist ein Trend, der seit 2017 zu beobachten ist, wie das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) ermittelte. Zu den beiden Gründen (zu teurer Wohnraum in Düsseldorf, zu geringes Angebot) gesellt sich mit Ausbruch der Corona-Pandemie ein weiteres Motiv: Bei anhaltenden Phasen von Homeoffice und Homeschooling sind vielen Familien die bisherigen Stadtwohnungen zu klein geworden.

Wollen oder können sie nicht mehr Geld für ein neues Heim in der Stadt ausgeben, weichen sie verstärkt ins Umland aus. Außerdem glauben viele, auch langfristig häufiger von Zuhause aus arbeiten zu können, sodass sie seltener eine längere Pendelstrecke an ihren Arbeitsplatz auf sich nehmen müssen. Sie suchen zumeist ein Einfamilienhaus mit mehr Quadratmetern und Außenbereichen wie Garten oder Terrasse, betont der RDM.

Bei Eigentumswohnungen zogen die Preise auf breiter Front an. Dies gilt ebenso für Düsseldorf wie für viele Umlandstädte. Im Speckgürtel lagen die Steigerungen häufig im zweistelligen Bereich, so für einfach ausgestattete Wohnungen in Mönchengladbach (plus 10 Prozent), in Krefeld (plus 15), in Ratingen (plus 13) und in Mettmann (plus 14). Den größten Preisanstieg verbuchte Mettmann in mittelguten Lagen, wo die Quadratmeterpreise von 1.800 auf 2.200 Euro kletterten: plus 22 Prozent. Ratingen führt bei den Kommunen des Umlands die Quadratmeterpreise an: Gebrauchtwohnungen an sehr guten Standorten schlagen mit 4.000 Euro zu Buche. Fakt ist: Der Unternehmensverband Ratingen (UVR) will aus Einpendlern mehr Einwohner machen und fordert die Stadt auf, mehr Wohnungen zu schaffen. Zurzeit gibt es einige Projekte, doch diese Bauvorhaben werden den sehr angespannten Wohnungsmarkt nur zum Teil entlasten können. Es muss noch viel getan werden – das wissen Politik und Stadtspitze. Und gutes Wohnen gehört zur Lebensqualität unbedingt dazu.