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Ratingen: Akkordeonorchester gibt zwei Zugaben

Ratingen : Akkordeonorchester gibt zwei Zugaben

Das Ratinger Ensemble begeistert am Wochenende erneut mit seinem traditionellen Frühlingskonzert.

"Die Ratinger wissen, wann der Frühling beginnt, nämlich wenn das Akkordeonorchester sein alljährliches Frühjahrskonzert gibt", sagte Wolfgang Schwarzer, der am Sonntag gekonnt durch das Programm führte.

Seit mehr als 50 Jahren nehmen die Musiker am kulturellen Leben der Stadt teil. "Fast genau so lange bringen wir mindestens einmal im Jahr ein traditionelles Konzert auf die Bühne", meinte Bernhard Rüst, Vorsitzender des Vereins. Die rund 30 aktiven Musiker aus Ratingen und der näheren Umgebung haben schon mehr als erfolgreich viele Konzerte, Gastauftritte bei Veranstaltungen und Wettbewerbe bestritten. Das Frühjahrskonzert im Stadttheater ist für sie dabei einer der Höhepunkte. Dort stellen sie alljährlich dem interessierten Publikum ihre Stücke vor und präsentieren ihr musikalisches Können.

So auch in diesem Jahr. Viele Plätze waren nicht mehr frei, als die Musiker einen Auszug aus ihrem breitgefächerten Repertoire von klassisch bis modern zum Besten gaben und rund eineinhalb Stunden lang zeigten, was sie alles aus ihren Instrumenten herausholen konnten. Die langjährige Dirigentin Petra Willeke-Siepmann brachte sie auch bei diesem Konzert kräftig in Schwung. Seit 1986 leitet sie das Orchester.

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Der Streifzug begann "mit einer Orgie", wie Schwarzer in seiner Anmoderation verkündete. Nach der weltbekannten "Baccanale" aus der Oper "Samson und Delila" von Camille Saint-Saens entführte das Ensemble die Zuhörer mit der "Irischen Suite" von Matyas Seiber, bei der das Volkslied "Danny Boy" natürlich nicht fehlen durfte, auf die grüne Insel.

Mit einem Gastauftritt der Ratinger Folkband "Drowsy Maggie" ging es irisch weiter. Mit der traditionellen Musik von der Insel in modernem Sound zeigte das Quartett, wie Irland rockt und die Bewohner dort feiern können. Der Bogen des Geigers und die Finger des Gitarristen flogen nur so über die Saiten, und auch der Akkordeonspieler und der Schlagzeuger fuhren zu Höchstleistungen auf. Da mussten die Zuhörer einfach mitklatschen und -wippen.

Nach der Pause ging es stimmungsvoll mit dem Akkordeonorchester weiter und bei dem ein oder anderen Stück konnte das Publikum in Erinnerungen schwelgen, so zum Beispiel bei "Smile" an das unvergessene Genie der Filmgeschichte Charlie Chaplin oder bei "Quando, Quando, Quando", an die erste Tanzstunde, in der zu den Klängen von Tony Renis die ersten Samba-Schritte gelernt wurden.

Begeistert summten sie die bekannte Musik von "I will always love you" mit und dachten dabei allerdings wohl eher an den Kinofilm Bodyguard mit Whitney Houston und Kevin Costner als an das Original der amerikanischen Country-Musikerin Dolly Parton. Das Orchester hatte mal wieder für ein tolles Konzerterlebnis gesorgt und wurde mit lang anhaltendem Applaus belohnt. Sie durften die Bühne erst nach zwei Zugaben verlassen.

"Meine Freundin hat mich überredet mitzukommen. Sie war schon öfter bei einem Konzert des Orchesters. Ich war zunächst skeptisch, denn Akkordeons gehörten bisher nicht zu meinen Lieblingsinstrumenten. Doch der Abend hat mich echt überrascht. Es hat mir wirklich gut gefallen", resümierte Besucherin Utta Eschenbach.

(RP)