Heiligenhaus Ärger um Schleichweg an der Rossdelle

Heiligenhaus · Die Situation ist so kurios, dass sie beim spontanen Ortstermin in Zivil sogar den Heiligenhauser Polizeichef überrascht. An der Rossdelle herrscht, allen Verboten zum Trotz, vor allem morgens und abends reger Durchgangsverkehr.

 Die Schranke ist außer Betrieb. Trotzdem gilt zwischen Butterwelle und Ruhrstraße: Durchfahrt verboten.

Die Schranke ist außer Betrieb. Trotzdem gilt zwischen Butterwelle und Ruhrstraße: Durchfahrt verboten.

Foto: Achim Blazy

Das bringt die Anwohner der Butterwelle inzwischen auf die Palme. Das steile Straßenstück zwischen Ruhrstraße und Kettwiger Straße ist einer der beliebtesten Schleichwege in die Innenstadt.

Jutta Degner und eine Gruppe von Anwohnern ziehen seit Monaten gegen den Verkehr zu Felde (RP berichtete). Nun fürchtet Degner, es werde sich auf absehbare Zeit überhaupt nichts ändern. "Eigentlich sollte das Problem im zuständigen Fachausschuss geklärt und eine Lösung präsentiert werden", sagt sie. Doch davon sei dann beim Sitzungstermin keine Rede mehr gewesen: "Dafür gab es mehrere Gründe. Erst fehlte das Okay der Feuerwehr — und dann soll es Beschwerden gegeben haben von Leuten, die die Durchfahrt nach wie vor nutzen möchten." Inzwischen schlage die Polizei eine flexible Sperre vor, das heißt, eine Schranke. Nach Degners Erfahrung eine Lösung zweiter Wahl: "Es gibt hier schon eine Schranke, so etwas ist immer mal wieder versucht worden. Am Ende wird so eine Schranke wieder in irgendeiner Nacht- und Nebelaktion zerstört werden."

Die Situation: Die Straße "An der Butterwelle" ist Anliegern vorbehalten, Durchfahrt verboten — außer für Radfahrer. Zusätzlich gibt es ein Schild "Sackgasse — keine Wendemöglichkeit". Wer umgekehrt von der Ruhrstraße Richtung Reiterhof Rossdelle abbiegt, den belehren ebenfalls Schilder. Dass am Straßenrand eine Schranke steht, interessiert weniger, der Schlagbaum ist oben, aber durchfahren darf eh niemand. Seit zehn Jahren gilt das Problem offiziell als gelöst. Im Mai 2003 teilte die Verwaltung mit, wie die Durchfahrt gesperrt wurde und wie die einzelnen Adressen in der grünen Idylle korrekt zu erreichen sind. Noch kurioser: Diskutiert wird die verbotene Abkürzung seit Mitte der Sechziger Jahre, ab 1965 galt zuerst eine Anliegerregelung. Inzwischen haben die erbosten Anlieger den Eindruck: "Die Stadt schlägt sich letztlich auf die Seite der Verkehrssünder."

Das mag Fachbereichsleiter Michael Krahl so nicht stehenlassen: "Priorität hat für uns die Sicherheit. Und so lange die Kreisfeuerwehr keine Stellungnahme abgegeben hat, kann hier vor Ort auch keine Entscheidung fallen." Das Meinungsbild in Sachen Sperre oder nicht habe sich inzwischen auch geteilt.

So haben sich nach Krahls Informationen sowohl der Ruhrverband wie auch der Reiterhof Rossdelle gegen eine strikte Sperrung ausgesprochen. Ein dickes Fragezeichen setzt auch der Tiefbaufachmann hinter den neuerlichen Anlauf, die Straße per Schranke zu schließen: "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir ständig zu Reparaturen ausrücken mussten. Im Prinzip geht nur die Lösung auf oder zu."

Rein verkehrstechnisch gesehen, sei die Sache an der Rossdelle eindeutig geregelt: "Schon jetzt darf keiner durch." Doch das ist seit langem Theorie. Im Ausschuss für Stadtentwicklung wird das Kopfzerbrechen nach der Sommerpause weitergehen.

(RP)
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