Initiative : An den Containern soll es sauber sein

Die CDU unternimmt einen neuen Vorstoß: Informationstafeln an Containerstandorten sollen das Problem entschärfen. Durch den stärker genutzten Versandhandel hat sich der Bedarf für die Entsorgung von Pappe und Papier vermutlich dauerhaft erhöht.

Das Problem ist ein Dauerbrenner. Einige Menschen entsorgen ihre Dinge, wie es ihnen passt. Und Stadt und Politik bleiben auf dem Ärger sitzen. „In allen Stadtteilen werden Recycling-Container für Papier und Altglas überfüllt, immer mehr beschmiert und die Plätze vermüllt. Teilweise wird die kostenfreie Nutzung auch von Gewerbetreibenden und Nutzern aus Nachbarstädten missbraucht“, meint CDU-Fraktionschef Ewald Vielhaus. Es müsse dringend gehandelt werden.

Deshalb stellt die CDU-Fraktion einen entsprechenden Antrag mit Sofortmaßnahmen. „Wir möchten, dass auf Informationstafeln an den Depotcontainer-Standorten das Leistungs­angebot beschrieben wird, außerdem Nutzerkreis und Inhalt“, erklärt CDU-Fraktionsvize Gerold Fahr. Auf den Infotafeln soll weiterhin erklärt werden, wie die Stadt Ratingen bei Zuwiderhandlungen agiert: Ein Mitarbeiter des Kommunalen Dienstes wird nämlich vor Ort Hinweise auf den Verursacher sichern, so dass er dann ermittelt werden kann und ein entsprechendes Bußgeld zahlen muss.

„Wir möchten außerdem, dass an den abgebauten Depot-Standorten wieder Container aufgestellt werden und beschmierte Container gesäubert werden“, ergänzt Stefan Heins, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender.

Durch den stärker genutzten Versandhandel hat sich der Bedarf für die Entsorgung von Pappe und Papier vermutlich dauerhaft erhöht. Gleichzeitig mussten Containerstandorte wegen massiven Missbrauchs und Vermüllung kurzfristig abgebaut werden, obwohl der Kommunale Dienst möglichst sofort den Müll beseitigt und die Abfuhrintervalle von Drittunternehmen verkürzt wurden. Dennoch: „Die Situation ist für uns nicht zufriedenstellend“, urteilt Vielhaus. „Deshalb möchten wir, dass diese Maßnahmen möglichst zügig umgesetzt werden.“

Jede Menge Kartons und gefüllte Müllsäcke türmen sich zum Beispiel immer wieder neben den Altpapiercontainern am Vermillionring. Es ist übrigens nicht der einzige Standort in Ratingen, an dem die Pappkartons neben den Containern abgeladen wurden. Auch an der Kaiserswerther Straße – zwischen Medienzentrum und Süd-Dakota-Brücke – bietet sich dieses unschöne Bild.

Die Stadt Ratingen kennt das Problem und versucht, mit Hilfe des beauftragten  Entsorgungsunternehmens die Müllflut in den Griff zu bekommen. Wie das Amt für Kommunale Dienste mitteilte, werden die Container am Vermillionring fünf Mal wöchentlich, der Container  an der Kaiserswerther Straße drei Mal wöchentlich geleert. Allerdings sei festzustellen, dass die Container sehr schnell wieder gefüllt sind. Die Firma sei beauftragt worden, wenn möglich häufiger zu leeren, hier gebe es jedoch auch Kapazitätsgrenzen.

Erst vor kurzem hat die Stadt die Altpapiersammlung am Standort Sandstraße/Am Sandbach (unter der Fußgängerbrücke) eingestellt und die fünf Container entfernt. Die Kommunalen Dienste hatten vorab mit Schildern auf die Auflösung des Standortes hingewiesen. Depotcontainerstandorte würden aber sehr selten aufgegeben, da die Verwaltung eine wohnungsnahe Versorgung gewährleisten möchte. „In der Regel versuchen die Kommunalen Dienste, zum Beispiel durch Anpassung der Leerungshäufigkeit, durch Informationen, Hinweisschilder und Kontrollen eine Vermüllung der Standorte zu verhindern oder zu verbessern“, hieß es seitens der Stadt.

Der Standort Am Sandbach hatte sich jedoch zu einer Sperrmüllablagerungsstelle entwickelt, zudem wurde er zuletzt mehrfach in Brand gesetzt. Da eine ausreichende Dichte an Containern vorhanden war, wurde er deshalb abgezogen.

Nach Angaben der Stadt gebe es Standorte, an denen  häufiger als bei anderen sowohl Pappe und Glas als auch Müll abgelegt werden. Die mit der Leerung beauftragten Dienstleister seien verpflichtet, Pappe beziehungsweise Glas mitzunehmen, auch wenn es neben dem Container liegt. Rest- oder Sperrmüll wird von den Kommunalen Diensten entsorgt.

Die Verwaltung geht der unsachgemäßen Entsorgung von Abfall immer nach. Falls Verursacher ausfindig gemacht werden, wird ein Verwarn- oder Bußgeld verhängt. Die Verwaltung nimmt auch Hinweise aus der Bevölkerung entgegen.

Für weitere Fragen rund um die Abfallentsorgung stehen die Kommunalen Dienste unter der Rufnummer 02102/550-7070 gerne zur Verfügung.