Ratingen : Lollitests werden auf die Minute abgeholt – Ergebnisse gibt’s spät

Ab Montag werden in Nordrhein-Westfalen Kinder in Grund- und Förderschulen zweimal wöchentlich mit dem Lollitest auf Covid 19 gestestet. Tests sind genug da, durch lange Abholrouten können die Ergebnisse aber erst spät übermittelt werden.

Die Lieferung kam am Freitagvormittag. „Seitdem sitzen wir hier und machen uns mit dem Prozedere vertraut“, so Marlene Stuckart, Leiterin der Johann-Peter-Melchior-Schule in Lintorf. Ab kommenden Montag werden Schüler der Grund- und Förderschulen zweimal wöchentlich per Lollitest auf Covid 19 getestet.

Der Test an sich ist einfach. „Wie bei einem Lolli lutschen die Schüler 30 Sekunden lang an einem Teststäbchen“, erklärt Stuckart. Was die Sache kompliziert macht, ist das anschließende Verfahren. „Das NRW-Schulministerium hat die Regierungsbezirke in Routen aufgeteilt“, so Ulrike Troschitz, stellvertretende Leiterin des Schulverwaltungsamtes. 402 sind es insgesamt, drei davon führen durch Ratingen. „Diese Routen sind minutiös geplant“, berichtet Troschitz. Jede von ihnen deckt mehrere Städte ab. Das Ziel: Labore, denen die Tests zur Auswertung übergeben werden.

„Jedes Labor hat ein anderes Verfahren“, so Marlene Stuckart. Lehrer und Betreuer kämpfen sich also bis Montag durch Papierberge, um zu lernen, wie sie vorgehen müssen. In Lintorf bedeutet das: Stäbchen durchbrechen, einen Teil in ein Röhrchen einlegen, das mit einem Code versehen ist und dem Kurier mit Übergabe-Protokoll aushändigen. Dann heißt es warten.

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Durch die Länge der Routen können die Ergebnisse zum Teil erst spät an die Schulen übergeben werden „Es kann 23 Uhr werden“, teilte man Stuckart mit. Kompliziert wird es dann, wenn ein positiver Test unter der Charge ist. „Dann müssen wir umgehend die Eltern informieren, die wir vorsorglich mit einem weiteren Test versorgt haben“, so Stuckart. Dieser muss bis 9 Uhr wieder in der Schule sein. Das Prozedere für die betroffene Gruppe beginnt von vorn. Die Kinder bleiben vorsorglich in Quarantäne bis ein PCR-Test das Ergebnis bestätigt oder widerlegt. Die gute Nachricht: „Tests haben wir für die Kinder in Notbetreuung genug“, sagt Stuckart. Trotzdem hoffen Schule, Eltern und Kinder, dass ihnen die Nachricht über eine positive Testung erspart bleibt.