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Radevormwald: Zwei Künstler loten Grenzen aus

Radevormwald : Zwei Künstler loten Grenzen aus

Die norddeutschen Künstler Puck Steinbrecher und Martin McWilliam zeigen ihre Werke in der Galerie Wroblowski an der Alleestraße. Dem Betrachter eröffnen sich in der Ausstellung neue Perspektiven.

Maler Puck Steinbrecher und Keramikkünstler Martin McWilliam experimentieren gerne, loten die Grenzen ihrer Kunstrichtung aus und gehen darüber hinaus. Es ist ein Spiel mit den Farben, den Formen, der Dimensionalität. In der neuen Ausstellung der Galerie Wroblowski an der Alleestraße können sich die Betrachter einen Eindruck von den Werken der norddeutschen Künstler machen.

Galerist Gerd Wroblowski freute sich über die vielen Gäste zur Vernissage am Sonntagmittag. Kunsthistorikerin und Journalistin Gisela Schmoeckel gab eine Einführung in die Arbeiten der Künstler, die für sie "Grenzgänger" sind.

Steinbrecher dürfte für viele kein Unbekannter sein, hat er bereits mehrmals in Remscheid Bilder gezeigt. "Ich mag die optimistische Leichtigkeit, die stimmungsvolle Farbpalette und den Grad der Abstraktion", erklärte Wroblowski bei der Eröffnung, warum er schon seit einigen Jahren mit ihm zusammenarbeitet. Er verstehe es, sowohl Groß- als auch Kleinformate in gleicher Weise zu bearbeiten.

In seiner Acrylmalerei auf Leinwand und Karton offenbaren sich dem Betrachter die herrlichen Landschaften der Nordsee aus einer neuen Perspektive. Der Meercharakter und das Spiel mit dem Wasser sind wesentliche Elemente seiner Bilder. Durch Farbgebung und Pinselführung ergeben sich Tiefen, eröffnen sich Berge, geraten Wellen in Bewegung, bricht sich das Abendlicht auf dem Wasser oder gleiten Wolken im Himmel. Die Werke des 1950 in Bad Zwischenahn geborenen Malers strahlen eine gewisse Ruhe aus und begeistern durch die leuchtenden Farben. "Die Bilder ziehen aus der Ferne an wie ein geöffnetes Fenster", beschrieb Gisela Schmoeckel die Wirkung. Als virtuos und einfühlsam bezeichnete sie seinen Umgang mit dem Material Farbe, durch das die Landschaft erst entstehe.

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Im harmonischen Kontrast dazu stehen Martin McWilliams Gefäße. Sie erscheinen wie gezeichnet, sind flach und brechen mit den gewohnten Erwartungen des Betrachters. "Martin fing Anfang der 1990er-Jahre an, Volumen in Fläche zu drücken und damit Neues zu entdecken", erklärte Wroblowski, der von der Keramikarbeit begeistert ist und hofft, dass diese Begeisterung auch auf die Remscheider übergeht.

Der Oldenburger Künstler arbeitet nicht auf der Tonscheibe, sondern formt das Material im Flachen. Das erfordert ein genaues Arbeiten. Gebrannt werden die Gefäße dann in seinem Dreikammer-Holzofen nach japanischem Vorbild. Die feinen, asiatischen Keramiktechniken hat er direkt in Japan studiert und erlernt.

Die Resultate erscheinen wie "schmale Attrappen", beschrieb Schmoekel die Vasen, Schalen und Becher. Sie würden mit der Form spielen, befänden sich zwischen der Zwei- und Dreidimensionalität und führten so dazu, dass wir unsere Sicherheit verlieren, erklärte sie.

In seinen neusten Werken arbeitet Martin McWilliam die Keramik als Bruchstücke zwischen Spiegel oder Glas ein. Im Auge des Betrachters entsteht daraus wieder ein Ganzes. "Ich mag dieses Zusammenspiel der optischen Leichtigkeit des Glases und der schweren Keramik", sagte McWilliam, der 1957 in Kapstadt geboren wurde. Kunst sei ein Prozess. Nicht das Endergebnis sei das Entscheidende, sondern der Weg dorthin.

(RP)