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Zum 68. Mal formierte sich in den Wupperorten der Martinszug

Radevormwald : Sankt Martin zieht durch die Wupperorte

Zum 68. Mal formierte sich der Martinszug mit Kindern, Eltern und Großeltern auf der Brede.

Am Samstagabend zog er wieder durch die Wupperorte, der bunte Lichterwurm. Allem voran ritt Sankt Martin auf einem Pferd mitten über den abgesperrten Straßenasphalt. Geduldig freundlich winkte der Mann im roten Kostüm vom Pferderücken herab. Manchmal hielt er auch für eine kurze Zeit an, um die Menschen am Wegesrand herzlich zu begrüßen. So auch die kleine Anni und Marie, die mit ihren Eltern am Schröderweg auf das Eintreffen des Umzuges warteten. Die kleinen Mädchen waren vom Martin samt Pferd so beeindruckt, dass die das Zurückwinken glatt vergaßen. „Der Weg ist für die Kleinen noch zu weit. Daher starten wir von hier aus und ziehen bis zur Brede mit“, waren sich die Eltern einig. Gleich hinter dem reitenden Martin reihten sich die beiden Familien ein und folgten im gemütlichen Tempo.

Im Sankt-Martins-Kostüm steckt eine junge Frau. Das Kostüm tarnt die weiblichen Gesichtszüge. Kaum ein Beobachter konnte vermuten, dass Saskia Linzer hier die Hauptrolle spielt. Schon sein vielen Jahren ist sie in Radevormwald und Umgebung der Sankt Martin. Die angehende Lehrerin versteht es offensichtlich, Kinder in ihrem Bann zu ziehen. Die Remscheiderin strahlt die kleinen Laternenträger immerzu freundlich an und erntet dabei fröhliche Blicke.

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Am Samstagabend „parkte“ sie, noch auf dem Fjordpferd „Senia“ sitzend, zum Umzugsende gleich neben der Grundschule Brede. Ganze Trauben von Kindern strömten daraufhin zum Sankt Martin und Pferd. Während die Kinder noch staunten, Sankt Martin freundlich winkte und zahlreiche Mütter ihre Handys für ein Foto zückten, begann in der Schulaula die große Tütenverteilung. Ein langer Weg, gestartet von dem Schulgebäude zur Keilbeckerstraße, über dem Siedlungsweg, Schröderweg und Mittelstraße zurück zur Brede lag hinter den Kindern und Eltern.

In der Aula verteilte ein ganzes Team von Helfern 520 gut gefüllte Martinstüten an die kleinen Laternenträger. Dazu spielte der Posaunenchor Remlingrade bekannte Martinslieder auf der Empore. Die Bläser hatten schon zuvor den Umzug musikalisch begleitet. Weitere Begleiter für die Sicherheit waren auch zu sehen. Die Freiwillige Feuerwehr mit Feuerwehrmännern der Einheiten Herkingrade, Remlingrade und Önkfeld sperrten die jeweiligen Straßenabschnitte und sorgten später für einen ruhigen Ablauf der Tütenausgabe. Das DRK Dahlhausen war mit vielen Mitgliedern im Einsatz, die den Umzug begleiteten und später den reibungslosen Ablauf unterstützten.

Die Gesamtorganisation des traditionellen Martinszuges lag wieder in den Händen von Andrea und Stefan Braun sowie Inge Harhues und weiteren Helfern. Sie hatten die Martinstüten mit Spekulatius, Obst, Schokolade und Weckmännern gefüllt und für den guten Umzugsablauf gesorgt. „Wir können schon sagen, dass wir für das nächste Jahr ganz dringend weitere Helfer benötigen. Bei dem Bonverkauf in diesem Jahr konnten wir nicht alle Wupperorte aufsuchen, da uns schlicht Leute fehlten“, erklärte Andrea Braun. Das soll sich nicht wiederholen. Interessierte dürfen sich gerne bei Andrea Braun melden.