Radevormwald: Zahlreiche Unwetter-Einsätze in Rade

Radevormwald : Zahlreiche Unwetter-Einsätze in Rade

Unter den Städten in der Region war Radevormwald besonders betroffen. Alle neun Löschgruppen der Feuerwehr waren im Einsatz. Besonders kritisch war die Situation für Bewohner der Obersten Mühle im Uelfetal.

Das Unwetter, das gestern am späten Nachmittag über das Bergische Land zog, hat auch in Radevormwald für zahlreiche Einsätze der Sicherheitskräfte gesorgt. Straßen wurden überflutet, Keller liefen voll. Wilfried Fischer, Wehrführer der Löschzüge in Rade, teilte gegen gegen 17.30 Uhr mit: "Besonders schlimm ist es im Uelfetal."

Foto: Hildebrand

Eine Stunde später konnte Fischer mehr berichten: Kritisch sei der Bereich Oberste Mühle gewesen, dort drohten zwei Häuser auch im Wohnbereich überflutet zu werden, "da das Uelfebad schon überlief".

Drei Einheiten der Feuerwehr organisierten Sand- und Torfsäcke und sicherten die Häuser damit provisorisch ab. Außerdem wurde zur Entlastung ein Schieber in den Uelfebach geöffnet. Gegen Ende der gestrigen Einsätze wurden an der Feuerwache noch 250 Sandsäcke gefüllt, davon brachten Feuerwehrleute rund 50 Stück zur Obersten Mühle.

Das Unwetter über der Bergstadt hatte sich bereits gegen 15.30 Uhr angebahnt. Bald meldeten sich die ersten Bürger und baten um Hilfe im Kampf gegen die Wassermassen. "Nachdem in kurzer Zeit über 20 Einsatzstellen in Radevormwald gemeldet waren, wurden alle neun Einheiten zu den entsprechenden Einsatzstellen gesendet", berichtet Wehrführer Fischer.

So waren rund 80 Einsatzkräfte unterwegs zu zwei Kindergärten, drei Industriebetrieben und mehreren Häusern, bei denen die Keller vollgelaufen waren.

Neben Radevormwald war Wipperfürth von dem Unwetter besonders betroffen, während Hückeswagen, das zwischen den beiden Städten liegt, kaum betroffen war. "Aus Radevormwald und Wipperfürth zusammen sind es 150 Einsatzstellen gemeldet worden", teilte Iris Trespe gegen am frühen Abend mit. Die Sprecherin der Kreisverwaltung hatte zusammen mit Kreisbrandmeister Frank-Peter Twilling ihr "Hauptquartier" in der Leitstelle aufgeschlagen. Dort trafen auch Meldungen über Löschzüge ein, die die Feuerwehr vor Ort unterstützten. "Zwei Löschfahrzeuge aus Engelskirchen sind im Einsatz, ein weiteres aus Lindlar", berichtete Trespe. Rund 150 Sicherheitskräfte seien im Einsatz. Erst gegen 18 Uhr hieß es von der Leitstelle aus Gummersbach: "Die Lage in Rade entspannt sich." Auf die Feuerwehr vor Ort wartete aber noch ein letzter Einsatz: Der Rettungsdienst musste unterstützt werden, da eine Person über Drehleiter und Trage gerettet werden musste. "Hier handelte es sich um einen internistischen Notfall, der nichts mit dem Unwetter zu tun hatte.

Es ist ein seltsamer Zufall, dass dieser intensive Einsatz just einen Tag vor dem Beginn des großen Feuerwehrjubiläum stattfand (siehe Artikel unten). Erstmals seit sehr langer Zeit, kommentierte Wehrführer Wilfried Fischer, seien wieder "alle unsere Löscheinheiten im Einsatz" gewesen.

(s-g)
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