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Wupperverband feiert sein 90-jähriges Bestehen

Gewässer im Bergischen Land : Der Wupperverband feiert 2020 sein 90-jähriges Bestehen

Zu den Herausforderungen des Verbande in der Zukunft gehören Themen wie Wetterextreme und Mikroplastik. Zudem soll die Renaturierung der Gewässer weiter vorangetrieben werden.

() Das neue Jahr startet für den Wupperverband mit einem Jubiläum: Am 8. Januar 1930 trat das Wuppergesetz in Kraft. Somit wurde vor 90 Jahren der Wupperverband gegründet. Seitdem ist der Verband für die Wasserwirtschaft im Gebiet der Wupper von der Quelle bis zur Mündung verantwortlich.

„Es gab im 19. und frühen 20. Jahrhundert in unserer Region massive Probleme, von extremer Verschmutzung der Wupper über großen Wasserbedarf der wachsenden Industrie und Bevölkerung bis hin zu Hochwasserkatastrophen“, erinnert Wupperverbands-Vorstand Georg Wulf an die damalige Lage. „Die Idee bei der Gründung des Wupperverbandes war, dass die Aufgaben und Probleme über kommunale Grenzen hinweg von einer Organisation bearbeitet werden. Und genau so arbeiten wir heute als Manager des gesamten Flussgebiets Wupper für unsere Mitglieder und die Bürger.“

 Die Baustelle der Wupper-Talsperre im Jahre 1986.
Die Baustelle der Wupper-Talsperre im Jahre 1986. Foto: Stuttgarter Luftbild Elsäßer GmbH)

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts finanziert sich der Wupperverband aus den Beiträgen seiner Verbandsmitglieder. Dies sind die Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen sowie Industrie und Gewerbe im Wuppergebiet. Der Wupperverband reinigt das Abwasser von mehr als 900.000 Menschen sowie der örtlichen Unternehmen. Er reguliert mit seinen Talsperren den Wasserabfluss in der Wupper in Trockenzeiten (Niedrigwasseraufhöhung) und leistet Hochwasserschutz. Aus der Großen Dhünn-Talsperre, der Kerspe- und der Herbringhauser Talsperre stellt er Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung durch die Wasserversorger bereit.

Um diese Aufgaben zu erfüllen, betreibt der Wupperverband 14 Talsperren (davon zwei im Auftrag der EWR GmbH), elf Kläranlagen, eine Klärschlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, z. B. Regen- und Hochwasserrückhaltebecken.

Zum Jubiläum: 90 Jahre hat der Wupperverband die Entwicklung der Wupper von der Kloake zum Lebensraum sowie Meilensteine seiner Arbeit für das Internet medial neu aufbereitet. Unter dem Stichwort 90 Jahre Wupperverband sind auf der Homepage www.wupperverband.de die Chronik des Verbandes sowie eine erste Auswahl an Veranstaltungsterminen im Jubiläumsjahr zu finden. Die Chronik enthält Filmclips zu Themen wie zur Gründung des Verbandes, zur Kläranlagen- und Talsperrenhistorie, zur Entwicklung des Flusses im Laufe der Jahre sowie einen kurzen Blick in die Zukunft. Die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und die weitere Entwicklung der Wupper und ihrer Nebenbäche wird der Verband fortsetzen. Bis 2030 ist ein Maßnahmenprogramm mit Investitionen von 14 Millionen Euro geplant. Auch die Optimierung der Kläranlagen wird kontinuierlich fortgesetzt. Eine Herausforderung für die Wasserwirtschaft sind die Auswirkungen des Klimawandels mit zunehmenden Extremen wie Starkregen und längere Trockenperioden.

Ein weiteres Themenfeld der Umgang mit so genannten Spurenstoffen, zum Beispiel Rückständen von Chemikalien und Medikamenten im Abwasser, Mikroplastik oder auch multiresistenten Bakterien.

(s-g)