Radevormwald: Wupperaner haben wieder eine Poststelle

Radevormwald : Wupperaner haben wieder eine Poststelle

Die Bewohner der Wupperorte mussten einige Wochen auf ihre Postfiliale verzichten. In der "Futterbox" hat gestern die neue Anlaufstelle eröffnet.

Wer in der Nähe des Wuppermarktes in Vogelsmühle wohnt, kann jetzt wieder ganz bequem Päckchen und Briefe verschicken, denn gestern eröffnete die Familie Gollembusch in ihrer "Futterbox" die neue Partnerfiliale der Deutschen Post. In dem Tierbedarfshandel am Wuppermarkt können jetzt alle Serviceleistungen der Post genutzt werden. Diese Aufgabe hatten in den vergangenen Jahren Petra und Willi Budde in ihrem Getränkemarkt übernommen, der Anfang März allerdings geschlossen wurde.

Andreas Caduff, Besitzer des Wuppermarktes, hat schnell reagiert und einen neuen Platz für die DHL-Filiale in Vogelsmühle gefunden. Der Pflichtstandort der Deutsche Post AG musste innerhalb von drei Monaten nachbesetzt werden.

Heike und Jörg Gollembusch mussten deswegen schnell reagieren. Die Besitzer der Futterbox sind seit einem Jahr an der Wupper selbstständig und haben eine enge Beziehung zu dem Ort und seinen Bewohnern entwickelt. "Wir leben zwar in Hückeswagen, aber verbringen die meiste Zeit des Tages hier in Vogelsmühle. Der Wuppermarkt liegt uns am Herzen und besonders die alten Menschen, die hier leben und einkaufen, brauchen diese Poststelle", sagt Heike Gollembusch.

Sie hofft durch die Poststelle, die direkt neben der Kasse der Futterbox aufgebaut wurde, natürlich auch auf mehr Kundenverkehr für ihr eigentliches Geschäft. Ihr Sohn, Joshua Gollembusch, arbeitet jetzt in Vollzeit in dem Familienbetrieb mit und leitet die Poststelle. Er hat sich innerhalb weniger Wochen für seinen neuen Beruf entschieden. "Eigentlich habe ich im IT-Bereich gearbeitet, bin aber bereits seit einiger Zeit in dem Geschäft meiner Eltern. Ich freue mich über den beruflichen Neuanfang", sagt der 25-Jährige. Er hat die einwöchige Schulung mit anschließendem Coaching besucht und erste Erfahrung im Postamt von Matthias Schwanz in der Innenstadt gesammelt. "Ich wurde von allen Seiten sehr gut unterstützt und habe in erster Linie gelernt, wie man die Kasse führt und bedient, Probleme behebt und richtig mit den Kunden umgeht", sagt der neue Leiter der Partnerfiliale. Sein Wissen wird er jetzt an seine Eltern weitergeben, damit auch sie den Dienst in der Poststelle übernehmen können.

Gestern gab es nach der pünktlichen Eröffnung um 10 Uhr zwar noch einige Startschwierigkeiten mit der Kasse, aber alle Anwohner sind froh, dass der Weg zur Post wieder kürzer geworden ist. Das gilt nicht nur für direkte Anwohner wie Edmund Hägemann, der gestern zu den ersten Kunden gehörte, sondern auch für Bewohner der Keilbeck.

Über die neue Situation freute sich gestern auch Matthias Schwanz. Er betreibt die Hauptstelle der Post am Schlossmacherplatz und hat den Anstieg des Kundenverkehrs in den vergangenen Wochen gespürt. "Eine Filiale reicht für über 20.000 Einwohner einfach nicht aus. Dass es an der Wupper jetzt wieder eine Post gibt, bedeutet für mich und die Situation in der Innenstadt Entlastung", sagt er.

Joshua Gollembusch hofft, dass die Entscheidung von ihm und seinen Eltern das Leben am Wuppermarkt langfristig bereichert und sich der Markt weiterhin positiv entwickeln wird. Die Öffnungszeiten werden nach Eröffnung des Sonderpreis-Baumarktes vielleicht noch einmal angepasst.

(trei)