Radevormwald: Wupper hat sich gut entwickelt

Radevormwald : Wupper hat sich gut entwickelt

Fachleute diskutieren in Wuppertal über Meilensteine und Herausforderung in der Gewässerentwicklung

160 Fachleute und Akteure aus der Wasserwirtschaft kamen in Wuppertal zum 21. Symposium Flussgebietsmanagement / Gebietsforum Wupper des Wupperverbandes und der Bezirksregierung Düsseldorf zusammen. Der Schwerpunkt lag auf Umsetzung der EU- Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) und der Entwicklung der Wupper. Am zweiten Tag standen Zusammenarbeit und Kooperation im Wuppergebiet auf der Agenda.

"Für den Lebensraum Fluss haben wir in unserem Gebiet schon viel erreicht", so lautet das Fazit von Georg Wulf, Vorstand des Wupperverbandes. "Schon 27 Prozent der Wupper bzw. ihrer Nebenbäche sind in dem von der Richtlinie geforderten guten Zustand. Das ist ein großer Schritt für den einst biologisch toten Abwasserfluss und bedeutet mehr Natürlichkeit.

Damit liegt das Wuppergebiet deutlich über dem Bundesdurchschnitt mit ca. 8 Prozent Gewässern in gutem Zustand.

Die Bilanz von Jörg Matthes, Leiter des Dezernates für Wasserwirtschaft bei der Bezirksregierung Düsseldorf lautet: "Der Wupperverband hat früh die Zeichen der Zeit erkannt und schon 2008 einen Verbandsbeschluss zur Finanzierung der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie gefasst. Das Land NRW konnte deshalb eine Vielzahl von Projekten mit Fördermitteln unterstützen. Die Früchte dieser gemeinsamen Anstrengungen sehen wir jetzt". Mit der EU-WRRL, die im Jahr 2000 in Kraft trat, hatten sich die Anforderungen an einen Fluss, einen "guten Zustand" zu erreichen, erweitert. Spielte zuvor die Sauberkeit eines Flusses die zentrale Rolle, so brachte die Richtlinie weitere Bewertungskomponenten ein: die Beschaffenheit von Flusslauf, Ufer und Aue, die Durchgängigkeit, das Vorkommen von Fischen, Kleinlebewesen, Pflanzen und Algen.

Um die Anforderungen der EU-WRRL umzusetzen, hatte der Wupperverband von 2008 bis 2018 ein erstes Maßnahmenprogramm mit einem Umfang von 8 Mio. Euro aufgelegt. Dies beinhaltet die Förderung der Projekte durch das Land in Höhe von bis zu 80 Prozent. Von 2018 bis 2030 plant der Verband ein weiteres Maßnahmenpaket, das Investitionen in Höhe von 14 Mio. Euro umfasst. Bei allen Erfolgen und positiven Signalen gibt es weitere Herausforderungen. Die Ziele der Richtlinie sollten bis 2027 umgesetzt sein. "Ohne die ambitionierten Ziele der EU-WRRL aus den Augen zu verlieren: Wir müssen der Natur und uns mehr Zeit geben, bis 2027 ist das nicht zu schaffen. Deshalb haben wir unsere Planungen schon bis 2030 fortgeschrieben", so Verbandsvorstand Georg Wulf.

Neben der Entwicklung der Gewässer in den kommenden Jahren werden weitere Themen wie Spurenstoffe, Mikroplastik oder multiresistente Keime auf der Agenda bleiben. Welche Auswirkungen haben sie in den Gewässern und welche Strategien werden im Umgang mit diesen Themen verfolgt?

Eine positive Entwicklung im Flussgebiet Wupper ist eine Gemeinschaftsaufgabe, in die sich viele Akteure einbinden. Zusammenarbeit ist der zentrale Faktor für ein Flussgebietsmanagement von der Quelle bis zur Mündung. Beispiele für Kooperationen werden am zweiten Tag der Veranstaltung vorgestellt. Das Spektrum reicht hier von der Kooperation von Landwirten und Wasserwirtschaft, über die Zusammenarbeit des Wupperverbandes mit Biologischen Stationen, Umweltbildung mit Schulen im Rahmen von Kurs 21 bis hin zu den Themen Zusammenarbeit in der Abwasserentsorgung oder im Themenfeld Gewässerentwicklung und Überflutungsvorsorge.

(RP)