Radevormwald: Wunderkerze als Tatwaffe: Richter verwarnt junge Frau

Radevormwald : Wunderkerze als Tatwaffe: Richter verwarnt junge Frau

Letztlich war es ein missglückter Scherz - allerdings einer mit üblen Folgen - , der eine 20-jährige Radevormwalderin jetzt vor den Strafrichter brachte. Die Anklage warf ihr eine Körperverletzung vor. Tatwaffe: eine Wunderkerze.

An einem Abend im Januar vorigen Jahres hatte die junge Frau in einer Rader Gaststätte mit Wunderkerzen herumgespielt. Als sie aus Spaß mit einer davon einen anderen Gast am Ohr kitzeln wollte, geschah das Unglück: Der junge Mann drehte ihr erschrocken den Kopf zu, die nicht angezündete Wunderkerze drang dabei in sein Ohr ein und perforierte das Trommelfell. Mit starken Schmerzen und Hörproblemen wurde der Mann ins Krankenhaus gebracht, wo er für zwei Tage bleiben musste. Auch danach litt er noch unter der Verletzung im Innenohr.

Das hatte die 20-Jährige nicht gewollt, wie sie nun als Angeklagte vor dem Amtsgericht in Wipperfürth beteuerte. Das nahm der Richter der nicht vorbestraften Frau auch ab. Dennoch: Eine fahrlässige Körperverletzung sei das in jedem Fall gewesen. Zivilrechtlich war noch erschwerend hinzugekommen, dass die 20-Jährige zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht versichert war, der verletzte Mann also selbst beziehungsweise über seine Krankenversicherung für die Behandlungskosten aufkommen musste und bislang auch noch kein Schmerzensgeld erhalten hat.

Am Ende beließ der Richter es bei einer Verwarnung mit Strafvorbehalt. Nur wenn sich die 20-Jährige im Laufe des kommenden Jahres noch etwas zu Schulden kommen lassen sollte, muss sie eine Geldstrafe von 200 Euro bezahlen. Ist das nicht der Fall, bleibt es bei der Verwarnung.

Glücklich über den Ausgang des Strafverfahrens verließ die 20-Jährige den Gerichtssaal. Hintergrund: Sie hat sich um eine Ausbildung bei der Bundeswehr beworben. Ob sie tatsächlich zum 1. April angenommen wird, hat die Wehr vom Ausgang des Verfahrens abhängig gemacht. Die Verwarnung durch das Gericht wird dem beruflichen Neustart nun wohl nicht im Wege stehen.

(bn)
Mehr von RP ONLINE