Wolf kritisiert Grundschulpolitik

Radevormwald : Wolf kritisiert Grundschulpolitik

Mehr als ein Drittel der neu eingestellten Lehrkräfte in Radevormwald sind laut dem Landtagsabgeordneten Seiteneinsteiger.

Der für Radevormwald zuständige Landtagsabgeordnete Sven Wolf hat sich kritisch über die Schulpolitik der Landesregierung geäußert. Unbesetzte Stellen, unfaire Besoldung und überlastete Lehrkräfte – so sehe die Situation an vielen Grundschulen in Nordrhein-Westfalen aus, fasst der Abgeordnete zusammen: „Im Schnitt sind zurzeit zirka 14 Prozent aller neu eingestellten Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger. Für Radevormwald habe ich mit einer Kleinen Anfrage gerade kürzlich die aktuellen Zahlen für das Schuljahr 2018/19 abgefragt. Insgesamt sind in Radevormwald 37,5 Prozent der neu eingestellten Lehrkräfte Seiteneinsteiger. Schaut man sich das allerdings genauer an, fällt die Situation an den Grundschulen auf. Dort sind von vier Neueinstellungen drei Stellen mit Seiteneinsteigern besetzt worden. Das wären dann 75 Prozent.“

Die Landtagsmitglieder hatten jüngst bei einer Aktuellen Stunde über die Situation an der Grundschulen debattiert. Für Wolf Anstoß, hier noch einmal nachzufassen. So kämen in Radevormwald vier unbesetzte Stellen stadtweit bei der sonderpädagogischen Förderung hinzu, so der Abgeordnete. „Ein vorrangiges Ziel der Landesregierung muss die Bekämpfung des Lehrkräftemangels sein, um eine stabile und ausreichende Personalversorgung zu sichern. Dazu muss auch die Zahl der Studienplätze und Studienstandorte erhöht werden. Den Grundschulen wurde vom Schulministerium die Erarbeitung eines Masterplans Grundschule versprochen. Bisher gibt es zum Masterplan nur große Ankündigungen, wie die eines Leitbildes einer Grundschule, die ‚leistungsstark –vielfältig –sozial‘ sein soll, die Vorstellung des konkreten Plans wurde mehrfach verschoben. Erst sollte er Ende 2018 kommen, dann Anfang 2019, dann vor den Sommerferien und jetzt vor Weihnachten. Inzwischen ist aber die halbe Legislaturperiode bereits um. Ankündigungen hätten längst Taten folgen müssen.“

Eine bessere Besoldung für die Lehrkräfte der Grundschule, die die SPD gefordert habe, könnte helfen, mehr Studierende zu motivieren, ein Grundschullehramt anzustreben, meint Sven Wolf. „Leider zeigte sich die Landesregierung hier auch in derjüngsten Debatte uneinsichtig. Seiteneinsteiger und Wiederbeschäftigung von Pensionären – das kann keine Dauerlösung sein.“