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Wohnen in Radevormwald ist Thema eine Podiumsdiskussion

SPD-Gespräch in Radevormwald : Bezahlbarer Wohnraum – wie schafft man das?

Das NRW.Gespräch der SPD zum Thema „Wohnen in Radevormwald“ war gut besucht. Der Landtagsabgeordnete Sven Wolf kam mit Bürgern und Experten ins Gespräch. Im Fokus: bezahlbarer Wohnraum, der vielerorts rar ist – auch im Bergischen Land.

Wohnen ist ein Grundrecht. Dass dieses Recht immer wieder in Vergessenheit gerät und der Wohnungsmarkt von denjenigen bestimmt wird, die in erster Linie Profit aus ihren Wohnungen schlagen wollen, ist auch in Radevormwald ein Problem. Es gibt kaum noch sozialgebundene Wohnungen, geschweige denn aktive Baulandpolitik. Den Problemen und Herausforderungen des Themas Wohnen stellte sich am Montagabend die SPD-Fraktion im Foyer des Bürgerhauses. Zu der Veranstaltungsreihe „NRW Gespräch“ waren nicht nur Mitglieder der Partei, sondern auch interessierte Bürger und Ratsmitglieder gekommen.

Dietmar Stark, Vorsitzender des SPD-Fraktion Radevormwald, leitete mit vielen Impulsen in den Abend ein und machte die Vielseitigkeit des Themas deutlich. „Wohnen ist ein Thema, das auf den Nägeln brennt und das dringende Handlungsmaßnahmen erfordert. Die Wohnraumgestaltung, insbesondere die von bezahlbarem Wohnraum, ist auch eine politische Aufgabe“, sagt er. Dass Wohnungen mehr Handelsware als Gemeinnützigkeit sind, kritisiert Stark. Außerdem haben sich die Ansprüche an Wohnraum verändert. „Es gibt viel mehr Single-Haushalte und mehr alte Menschen. Darauf müssen wir reagieren.“

Sven Wolf, Landtagsabgeordneter der SPD begrüßte in seiner Gesprächsrunde neben Dietmar Stark noch Bürgermeister Johannes Mans und Pfarrer Dieter Jeschke, der immer wieder mit Menschen über das Thema Wohnen ins Gespräch kommt. Er kennt die Brennpunkte in Radevormwald. „Wohnen ist oft ein angstbesetztes Thema. Die Menschen, die in Problemhäusern wohnen haben oft nicht die finanziellen Mittel für einen Rechtsstreit“, sagt der Theologe.

Sven Wolf, der in der Vergangenheit auch Wohnpolitischer Sprecher der SPD im Landtag war, sieht die Lösung in landeseigenen oder städtischen Wohnungsbaugesellschaften, von denen mietpreisgebundene Wohnungen geschaffen werden. „Dass Städte, wie Radevormwald ihre eigenen Wohnungen verkauft haben, war ein Fehler. Da haben wir unser Tafelsilber verkauft, das uns jetzt fehlt“, sagt Dietmar Stark.

Bürgermeister Johannes Mans kennt den Haushalt seiner Stadt gut genug, dass er die Umsetzung einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft als „Zukunftsmusik“ einstuft. „Ohne die Unterstützung des Landes schaffen wir das nicht“, sagt er. „Das Problem Wohnen lädt sich in den in den Kommunen ab, aber wir haben keinen Handlungsspielraum“, sagt er.

Sven Wolf führte das Beispiel Wien für eine gelungene Wohnungspolitik an, denn dort müssen die Einwohner durchschnittlich nur 13 Prozent ihres Verdienstes für Wohnen ausgeben. „Das Instrument einer kommunalen oder landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft muss lange aufgebaut und gepflegt werden.“