Radevormwald: Wiedersehen der Moto-Cross-Meister

Radevormwald: Wiedersehen der Moto-Cross-Meister

Die Moto-Cross-Szene ist immer noch lebendig. Die erfolgreichsten Fahrer trafen sich nach Jahrzehnten wieder, tauschten Erinnerungen aus, hörten Benzin-Geschichten und sammelten neue Erkenntnisse über den Motorsport.

Die Wiedersehensfreude war groß, als sich die besten Fahrer der Moto-Cross-Szene aus Radevormwald jetzt im Bismarck-Museum der Schlossmachergalerie trafen. Viele von ihnen haben sich mehr als zehn Jahre nicht mehr gesehen, andere sind immer noch befreundet und halten den Kontakt, den sie in ihrer sportlichen Hoch-Zeit geknüpft haben.

Die Idee eines Klassentreffens des bergischen Moto-Cross-Sportes hatte Hans Georg Peppinghaus, der 1972 zum ersten Mal Deutscher Meister wurde, danach folgten zwei weitere Siege und Vizemeister- sowie Vizemeister-Europatitel. Zusammen mit seinem Rennpartner Herbert Simon schrieb er Moto-Cross Geschichte. "Ich war stark und flink und habe vom Beiwagen aus dafür gesorgt, dass die Maschine im Gleichgewicht bleibt und wir gut über die Strecke kommen. Herbert hat die Maschine gesteuert", sagte der erfolgreiche Sportler. Die Maschine, mit der er und Herbert Simon an den Start gingen, steht jetzt im Originalzustand im Bismarck-Museum. "Das ist natürlich toll, dass die Maschine hier ihren Platz gefunden hat", sagte Herbert Simon, 77 Jahre alt.

Deutsche Meister sind auch Christoph Specht und Kurt Wüstenhagen geworden. Beide haben auf den Strecken in Radevormwald, in Kräwinkel und in Hahnenberg, trainiert und erste Erfolge gefeiert. Beide kamen gerne zu dem Cross-Treffen. Christoph Specht, der mit seiner Frau immer noch in Radevormwald lebt, kam aus dem Händeschütteln gar nicht mehr raus. "Unglaublich, wie viele Menschen ich heute wiedergetroffen habe", sagte er.

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Insgesamt waren 14 Sportler der Einladung gefolgt und brachten viele Familienmitglieder und Freunde mit. Das Bismarck-Museum war bestens besucht. Dieter Kasper, Mitglied des Bismarck-Vereins und selber erfahrener Moto-Cross-Fahrer, freute sich über die gute Resonanz. "Wir haben zusammen so viel erlebt, haben Verletzungen überstanden und gemeinsam trainiert. Das schweißt zusammen", sagte er. Wie die meisten Fahrer, die sich am Sonntag trafen, hat Kasper seinen Leistungssport mit relativ wenigen Verletzungen überstanden. Die Gefahr des Sportes hat er allerdings nie unterschätzt. "Unsere Familien und Freunde haben mitgefiebert und gezittert. Es gab natürlich auch viele schwere Stürze, die unser Leben geprägt haben", sagte er.

Hans Georg Peppinghaus fing in seiner frühen Jugend an, Moto-Cross zu fahren und hat bis heute nicht vergessen, wer seine Leidenschaft für den Motorsport geweckt hat. "Als Christoph Specht seine Maschine einmal heiß laufen ließ, habe ich begeistert zugeguckt. Er hat mich mal fahren lassen und dann gab es kein Halten mehr. Ich habe in diesem Moment entschieden, Moto-Cross-Profi zu werden." Diese Entscheidung veränderte sein Leben. In seinen erfolgreichsten Jahren fuhr Peppinghaus 30 Rennen pro Jahr und bereiste für seine sportliche Karriere viele Länder. Eine Zeit, die er nie vergessen wird und die er bei dem Treffen jetzt vielen Erinnerungen aufleben ließ.

Gekommen waren auch Friedhelm Selbach, Paul Zitzen und Willi Krämer. Hartmut Behrensmeier, Mitglied des Bismarck-Vereins und engagierter Mitarbeiter des Museums, war stolz auf das Treffen. "Die Geschichte, die wir ausstellen, wird heute richtig mit Leben und Erinnerungen gefüllt. Wir werden sicherlich viele neue Geschichten hören und neue Erkenntnisse über den Motorsport in Radevormwald sammeln."

(trei)
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