Wie eine Fee bei Radevormwald einen Jäger bezauberte

Sagen : Feen-Zauber an der Wupperinsel bei Dahlhausen

Mit der Ortschaft Dahlhausen ist eine Sage verbunden. Ein Jäger soll dort eine übersinnliche Erfahrung gemacht haben.

Schlendert man an der Wupperaue zwischen Dahlhausen und Vogelsmühle entlang, stößt man auf eine Schautafel, die an eine Fee erinnert, die einst im Tal der Wupper lebte und, so heißt es, immer von einem strohgoldenen Wolf begleitet wurde. In Radevormwald erzählt man sich, dass die schöne Fee auf der Insel, die an dieser Stelle in der Wupper liegt, gewohnt haben soll.

Dietmar Fennel weiß zwar nicht genau, wo die Fee gewohnt hat, aber er weiß, dass die Wolfs- und Feeneibe der Region auf diese Geschichte zurückgeht. Der Naturschützer hat den Text für die Informationstafel verfasst und lange zu dem Thema recherchiert. „Auf der Wupperinsel wachsen heute noch Eiben, die von gelb blühenden Wildrosen umrankt werden, an dieser Stelle ist der Wolf gestorben. An dem Ort, an dem die Eiben von roten Rosen umrankt werden, soll die Fee für immer verschwunden sein“, sagt Fennel.

Laut der Sage wurde das friedvolle Leben der Fee und des Wolfes durch eine Jagdgesellschaft gestört, die das Tal der Wupper durchstreifte. Der Jäger, ein junger blonder Mann, war von dem Anblick der Fee hingerissen und verfolgte die entschwebende Gestalt, um sie für sich zu gewinnen. Der Jäger erlegte den Wolf, doch als er sein Opfer bestaunen wollte, war der goldene Wolf verschwunden. Es blieb kein regungsloser Körper zurück. Ehe sich der Jäger bewusst machen konnte, was geschehen war, entschwand auch die Fee für immer. Ein Wimpernschlag, dann war sie weg.

An das wundersame Ende der Fee und des goldenen Wolfes erinnern immer noch die Eiben, die sie unvergesslich und die Wupperaue zu einem verzauberten Ort machen. Gebürtige Radevormwalder sagen, dass in dunklen Nächten, wenn der Wind durch das Tal pfeift, ein Wolfsheulen in den Wupperorten zu hören ist. Wer von den Höhen auf den Nebel blickt, der über dem Tal schwebt, kann sich nicht sicher sein, ob es vielleicht doch der Feenschleier der vergangenen Zeit ist.

Die Sage von der Feeneibe auf der Wupperinsel ist vor allem mündlich überliefert. In der berühmten Sammlung „Bergische Sagen“ von Otto Schell findet sich diese Legende nicht, obwohl dort von einer ganzen Reihe von lokalen Sagen aus Radevormwald, Remlingrade und anderen Ortschaften berichtet wird.

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