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Wetter in Radevormwald: Landwirte erleichtert über Rückkehr des Regens

Wetter in Radevormwald : Erleichterung über die Rückkehr des Regens

Nach vielen Wochen Trockenheit hat es in den vergangenen Tagen wieder geregnet. Landwirte wie Holger Gesenberg freuen sich ebenso wie die Mitarbeiter des Wupperverbandes. Nun wünschen sie sich, dass die Niederschläge noch eine Weile anhalten.

Im Gebiet der Wupper hat es seit Mitte März nicht mehr nennenswert geregnet. Der Februar war allerdings doppelt so nass wie durchschnittlich, und in dieser Zeit haben die Talsperren von der Regenmenge profitiert. Seit vergangener Woche ist der Regen zurück in Radevormwald. Auch in den kommenden Tagen können immer wieder Schauer aufziehen.

Der Regen ist dringend nötig, denn im Mai fiel ungefähr nur ein Viertel der für den Monat durchschnittlichen Regenmenge. Der Wupperverband hofft auf eine große Regenmenge, denn die Trockenphasen wirken sich negativ auf die Vegetation und die Landwirtschaft der Region aus. „Wir selbst verwalten Forstgebiet an unseren Talsperren. Neben der Trockenheit an sich ist hier auch der Borkenkäfer ein Thema, er befällt die sowieso schon geschwächten Bäume. Wir haben nun schon das dritte Jahr in Folge mit Trockenheit zu kämpfen und sehen, dass die Auswirkungen des Klimawandels den Wäldern zusetzen“, sagt Ilona Weyer vom Wupperverband.

Im Mai wurde an der Messstation der Kläranlage in Radevormwald 19 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Das langjährige Mittel von Januar bis Mai beträgt für Radevormwald an der gleichen Messstation 508 Liter pro Quadratmeter. Im Kalenderjahr 2020 sind bisher an der Station 493 Liter pro Quadratmeter gefallen.

Optimal wäre für die kommenden Wochen ein regelmäßiger Landregen. „Lange Regenphasen sind hilfreicher. Bei Starkregen hingegen, also extrem viel Regen in kurzer Zeit, kann das Wasser gar nicht so schnell versickern und fließt überwiegend oberirdisch ab, das kann auch zu Überflutungen und Schäden führen“, sagt Ilona Weyer.

Das bestätigt auch Ortslandwirt Holger Gesenberg aus Radevormwald, der sich über den jüngsten Regen gefreut hat. „Die Pflanzen können den leichten aber beständigen Regen viel besser aufnehmen. Das sollte am besten einige Wochen anhalten“, sagt er.

Die Uelfe wies im April streckenweise nur noch wenig Wasser auf. Sie wird nicht durch eine Talsperre gespeist, sondern durch Niederschläge. Foto: Wupperverband

Die Trockenheit der vergangenen Jahre macht ihm, genau wie anderen Landwirten zu schaffen. „Wir überlegen, ob wir Tiere verkaufen, weil unsere Futterreserven zu Ende gehen. Futter zu kaufen ist extrem teuer, das liegt natürlich auch an der Trockenheit der vergangenen Jahre. Wir brauchen Regen, um Futter für unsere Tiere einzulagern“, sagt der Landwirt. Nachdem Holger Gesenberg bereits 2018 und 2019 auf mehr Regen gehofft hat, ist die Lage mittlerweile ernst.

Für das Gebiet des Wupperverbandes würden sich im Moment alle Gewässer über einen höheren Stand freuen. „Bei wenig Regen können insbesondere Siefen und kleinere Gewässer trocken fallen. Kleinstlebewesen und Fische ziehen sich dann in die Bereich zurück, die noch Wasser führen“, sagt Ilona Weyer.

An der Wupper und der Dhünn erfolgt angesichts der Trockenheit bereits eine Niedrigwasseraufhöhung. „In diesen Gewässern müssen wir einen gesetzlich festgelegten Mindestpegel einhalten. An der Wupper sind das am Pegel Kluserbrücke 3,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Dies steuern wir durch Brauchwassertalsperren wie die Wupper- und die Bever-Talsperre.“