Wer bewirbt sich für Kirchenvorstand in Radevormwald?

Pfarrer Klein hofft auf Kandidaten : Kirchenvorstand – Bewerber, bitte melden!

Im November finden im Erzbistum Kirchenvorstandswahlen statt. Der Seelsorgeverband Radevormwald-Hückeswagen sucht noch Kandidaten. „Bislang läuft es schleppend“, räumt Pfarrer Marc D. Klein ein. 

Im Erzbistum Köln werden am Wochenende des 17. und 18. November neue Kirchenvorstände gewählt. Auch in den Kirchengemeinden St. Marien und Josef in Radevormwald und St. Mariä Himmelfahrt in Hückeswagen, die eine Seelsorgeeinheit bilden, steht diese Wahl an. „Die Hälfte der Kirchenvorstandsmitglieder wird alle drei Jahre neu gewählt“, erläutert Pfarrer Marc D. Klein.

Der Kirchenvorstand kümmert sich, anders als der Pfarrgemeinderat, um jene Dinge in der Kirchengemeinde, die mit deren Eigenschaft als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ zu tun haben. Zu seinen Bereichen zählen zum Beispiel das Personal, die Finanzen und die Ausstattung der Gebäude. Wer sich hier engagiert, übernimmt also eine große Verantwortung. Und offensichtlich sind immer weniger Menschen bereit, diese ehrenamtlich auf sich zu laden.

„Die Suche nach Kandidaten verläuft zurzeit schleppend“, räumt Pfarrer Klein ein. „Ich habe einige Damen und Herren angeschrieben, ob sie Interesse hätten, aber der Rücklauf ist bescheiden.“ Zudem muss die Kandidatenliste möglichst bis Anfang Oktober stehen, sonst wird es eng.

Die beiden Kirchengemeinden in Radevormwald und Hückeswagen haben, so will es die Kirchenverfassung, jeweils einen eigenen Kirchenvorstand, während der Pfarrgemeinderat bereits gemeinsam arbeitet. Für Radevormwald sind zehn Personen im Kirchenvorstand, für Hückeswagen acht. Alle drei Jahre wird die Hälfte neu bestimmt. „Diese Regelung geht auf ein altes Konkordat zurück“, erklärt Marc D. Klein. Diese Vereinbarung sei allerdings nicht mehr zeitgemäß. Daher führten die fünf Bistümer im Lande Gespräche mit der Regierung in Düsseldorf, ob dieses Prozedere nicht geändert werden könne.

Bis dahin müssen die Gemeinden allerdings schauen, wie sie genügend Kandidatinnen und Kandidaten für ihre Gremien finden. Einen gewissen Zeitaufwand müssen die Damen und Herren des Kirchenvorstandes auf sich nehmen: vier bis sechs Abende im Jahr für die Vorstandssitzungen, ein paar Stunden im Monat für Fachausschuss-Sitzungen sind schon gesetzt.

Sollte der schlimmste Fall eintreten und keine ausreichende Zahl von Bewerbern zur Verfügung stehen, dann muss der bisherige Vorstand weitermachen. Klein appelliert: „Für eine lebensfähige Gemeinde ist es wichtig, dass Menschen sich dafür engagieren.“ Schließlich forderten viele Gläubige mehr Demokratie in der katholischen Kirche, dazu müsse man aber auch bereit sein, sich einzubringen. Eine Gemeinde, die sich so als nicht lebensfähig erweise, könne sogar ihre Selbstständigkeit riskieren. Das allerdings, hofft Pfarrer Klein, wird nicht passieren. Er bleibt zuversichtlich, dass sich bis zum Herbst genügend Kandidaten melden: „Bislang ist es immer noch gut gegangen.“

Informationen bekommen Interessenten im Pastoralbüro St. Marien und Josef, Hohenfuhrstraße 14, Tel. 02195 1220 oder in Hückeswagen im Pastoralbüro St. Mariä Himmelfahrt, Tel. 02192 2208.

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