Radevormwald: Weltweit größte Planierraupe im Einsatz

Radevormwald : Weltweit größte Planierraupe im Einsatz

Für den Neubau des Sportplatzes an der Hermannstraße wird großes Gerät benötigt: Um den bergischen Fels zu beseitigen, hat die Baufirma Sanders aus Schwalmtal eine 110 Tonnen schwere Maschine nach Rade transportiert.

Eine der größten Baumaßnahmen der Stadt in den vergangenen Jahren läuft seit Dienstag auf Hochtouren. Für den neuen Sportplatz an der Hermannstraße kommt die weltweit größte Planierraupe zum Einsatz. Bürgermeister Dr. Josef Korsten durfte sie am Dienstag symbolisch starten und den Startschuss für die Arbeiten geben. "Der felsige Untergrund sorgt dafür, dass es sich hier um eine sehr aufwendige und komplizierte Baumaßnahme handelt", sagt er.

Bis zum Sommer 2015 entsteht am Ende des Schulzentrums schräg gegenüber der Realschule eine neue Sportanlage mit den dazugehörigen Funktionsgebäuden. Der neue Platz sei für die Stadt dringend notwendig, da es bei den freien Sportanlagen eine deutliche Unterdeckung gebe. "Faktisch stehen nur der Platz am Kollenberg und das Gelände Auf der Brede zur Verfügung. Der Jahnplatz ist nicht mehr nutzbar", sagte Korsten. Der Bedarf sei riesig bei drei Schulen im direkten Umfeld (mit der Sekundarschule, die vielleicht im August an den Start geht, sogar vier).

Der Sportplatz solle vormittags in erster Linie den Schülern dienen und den Unterricht noch attraktiver machen. Außerhalb der Schulzeiten unterstütze der Platz auch den Vereinssport. "In Rade wird viel Wert auf Jugendarbeit gelegt, auch deshalb hat die Kommunalaufsicht grünes Licht für den Bau gegeben, trotz der finanziell angespannten Situation des Haushalts", sagte Korsten.

Die Erdarbeiten seien von der Dimension und der Art des Geländes einzigartig. Bis September sollen sie abgeschlossen sein. Baufirma ist das Unternehmen Sanders aus Schwalmtal mit der 100-prozentigen Tochter Riehm & Sohn. Für die Planung und die rechtliche Begleitung war das Büro "Geo 3" aus Bedburg-Hau zuständig. Korsten betonte, dass die neue Baustraße von der Mühlenstraße hoch für eine deutliche Entlastung des Verkehrs auf der Hermannstraße sorgen wird. "Wir wollen mit diesem großen Projekt den Sport in Rade unterstützen und Schulen und Vereine noch aktiver machen", sagte er.

Auf die anspruchsvolle Aufgabe des Neubaus freut sich Karl-Willi Fleischer, Geschäftsführer bei Sanders. Die Pläne seien bestens ausgearbeitet worden. Normal kämen bei bergischem Fels Hammer und Meißel oder ein Stemmhammer in Frage, für Rade habe man sich aber doch für eine Planierraupe mit außerordentlichen Maßen entschieden. Ihr Gewicht beträgt 110 Tonnen, das Schild wiegt 17 Tonnen, der Aufreißer zehn Tonnen. Die Maschine arbeitet mit 832 PS und hat einen Tank von 1609 Litern. Die Raupe ist mehr als zehn Meter lang und fast fünf Meter hoch. In das Schild passen 27,44 Kubikmeter.

Angeliefert wurde die Raupe in drei Teilen: das Schild auf einem Tieflader; Lastzug, Führerhaus und Anbauteile per Lkw und die Raupe als Schwertransport. "Weil das so imposant ist, haben wir unsere ehemaligen Raupen- und Baggerfahrer nach Rade eingeladen, um sich hier einen Jugendtraum zu erfüllen und einmal auf so einem Gerät zu fahren", sagte Fleischer.

(RP)
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