Radevormwald: Wasserschaden in der GGS Wupper

Radevormwald: Wasserschaden in der GGS Wupper

Improvisation ist seit einigen Monaten an der GGS Wupper gefragt. Weil es bereits im Dezember in der Küche einen Wasserrohrbruch in der Wand gegeben hat, musste die Schule einen Caterer bestellen, der 35 Kindern das Mittagessen liefert.

Tanja Heynen kommt schnell auf den Punkt. "Für uns ist das eine Katastrophe", sagt die Leiterin der Verbundgrundschule Bergerhof-Wupper. Am Standort Wupper gab es im Dezember in der Küche einen Wasserrohrbruch in der Wand - mit verheerenden Folgen. "Das Wasser muss unbemerkt über Monate getropft und gelaufen sein", sagt sie. Mittlerweile mussten Küche und Essensraum geschlossen werden. Wand und Küchenboden wurden aufgerissen, so dass die Küche seit Januar ausfällt - bis auf Backofen und Spüle, die noch genutzt werden können.

Aber auch das dürfte bald vorbei sein, denn durch die Untersuchung eines Gutachters stand schnell fest, dass weitere Bodenproben genommen werden mussten. "Die Feuchtigkeit ist so tief in den Boden eingedrungen, dass sich Schimmel gebildet hat", sagt Tanja Heynen. Nun müssen die vier Kochzeilen aus der Küche entfernt werden - inklusive aller Einbauschränke.

"Dabei ist die Küche für uns immens wichtig. Wir haben eine eigene Köchin, die für 35 Kinder frisch kocht - und der wir nicht kündigen wollen", sagt sie. Seit fast vier Monaten beliefert ein Caterer die Schule. "Ursprünglich sollte alles nach acht Wochen fertig sein. Ich rechne damit, dass die Küche nicht vor den Sommerferien fertig wird", berichtet die Leiterin, die mit viel Improvisationstalent die schwierige Situation meistert. "Das ist für uns ein räumlicher Spagat", sagt Heynen.

Aus dem Hausaufgabenraum sei der Essensraum geworden, die Hausaufgabenbetreuung finde in einem Klassenraum statt. 60 Kinder sind von dem Wasserschaden betroffen. Etwa 100 Mädchen und Jungen besuchen den Standort an der Wupper zurzeit. "Mit unserer Aula stehen wir normalerweise auf der Sonnenseite - auch bei Regen. Derzeit sind wir alles andere als glücklich, denn wir müssen es schaffen, Räume mehrfach zu nutzen, um den Ausfall zu kompensieren", sagt sie. Dass eine Sanierung im laufenden Betrieb schwierig ist, weiß Jürgen Funke, Leiter des Schulamtes. "Das alles ist sehr ärgerlich, aber bei der GGS Wupper handelt es sich um ein älteres Gebäude, in dem Leitungen platzen können", sagt er. Man werde versuchen, schnellstmöglich zu handeln. Ulrich Dippel, Leiter des Technischen Bauamtes, teilte mit, dass derzeit geklärt werde, welche Kosten die Versicherung übernimmt. Das müsse aufgrund des Gutachtens berechnet werden und könne noch dauern. "Wir warten auf den Sanierungsvorschlag", sagte Dippel.

Den organisatorischen Ablauf haben Tanja Heynen und ihre Kollegen im Griff. "Es läuft super, die OGS zieht an einem Strang, aber es gibt einen großen Unmut darüber, dass es so lange dauert", berichtet die Leiterin. Auch sie glaubt, dass die Leitungen alt sind. Die Grundsubstanz des Gebäudes sei in Ordnung, "aber ich gehe davon aus, dass es in Zukunft weitere Probleme geben wird", sagt sie. Erschwerend komme hinzu, dass es immer schwieriger werde, zeitnah Handwerker zu bekommen. "Die Stadt macht viel, aber wir werden wohl noch eine längere Zeit improvisieren müssen", sagt Tanja Heynen.

Sobald der Boden in Küche und Essensraum weiter aufgerissen werden muss, braucht die Schule eine Lösung für das Problem, die Teller nach dem Mittagessen zu spülen. Auch das Warmhalten der Speisen, die um 11 Uhr geliefert, aber erst um 13 Uhr gegessen werden, wird zu einem Problem, wenn die Öfen nicht mehr genutzt werden können. "Dann brauchen wir mobile Lösungen", sagt Tanja Heynen.

Oder der Caterer nehme alle Dinge wieder mit, was aufgrund der Lage der Schule aber mit vielen Stufen verbunden sei.

(RP)