Wanderweg durch Wupperorte auf dem Prüfstand – historischer Spaziergang mit Sahnehäubchen

Wupperorte : Wanderweg durch Wupperorte auf dem Prüfstand – historischer Spaziergang mit Sahnehäubchen

Der kleine Heimatgeschichte-Kreis des Bürgervereins der Wupperorte schnürte bei sonnigem Wetter die Wanderschuhe. Gutgelaunt ging es dabei durch die Wupperorte, aus denen viele alte Geschichten und Fotos bekannt sind. Diese werden derzeit zu einem „Historischen Weg“ zusammengefügt.

Eine Generalprobe kann vielfältig aussehen: im Theater vielleicht in Kostümen, im Konzert in Robe und zu einem „Historischen Sparziergang“ gerne auch in robustem Schuhwerk und mit Anorak. So gekleidet machten sich jetzt drei Mitglieder des Heimatkundekreises und Mitglieder aus dem Bürgerverein der Wupperorte auf, einen von ihnen geplanten Weg abzugehen. Dieser entstand mühevoll auf dem Papier und wurde noch niemals zuvor abgelaufen.

„Die Idee zu einem historischen Spaziergang ist nicht neu. Er wird in vielen Nachbarstädten inzwischen auch schon angeboten“, sagt Rolf Berghaus. Er, wie auch Richard Hückesfeld, kennen ihren Wohnort Keilbeck wie ihre Westentasche. Günter Schmale ist zwar ortskundig, kennt jedoch nicht die vielen heiteren Anekdötchen, die damit verbunden sind. „Die Geschichten zu einzelnen Häusern kann ich ja noch lernen“, sagt er.

Das Trio befasste sich in den vergangenen Monaten viel mit diesem Projekt. Eine Sammlung alter Fotos und Postkarten, die Richard Hückesfeld in seinem Frisörsalon ausstellte, brachte die Herren dazu, den gedanklichen Bogen von heute zum damaligen Leben an der Wupper zu spannen. Entstanden ist daraus ein etwa 6,37 Kilometer langer Streckenverlauf, der zu zahlreichen alten geschichtsträchtigen Gebäuden führt. Dazu gibt es jeweils eine Karte mit alten Ansichten und Daten zu den Objekten. Günter Schmale digitalisierte und laminierte die alten Fotos in großer Fleißarbeit.

Jetzt galt es, die aufgezeichnete Wegstrecke einmal auszuprobieren. „Es gibt vermutlich noch einiges zu verbessern oder zu ergänzen“, sagte das Trio und startete bei Sonnenschein auf dem Parkplatz nahe der Schule Brede. Schnell schienen die Wanderer in die alte Zeit abgetaucht zu sein. Fröhlich erzählten sie schon nach wenigen Metern, was sie über die einzelnen Stationen so alles wussten. „Erinnerst du dich noch daran....“ begannen viele Sätze. Das Grüppchen zog an Stellen vorbei, an denen einst „Gott“ wohnte, entdeckte Fleischereien, Sattlereien, Bierhändler, Miederwaren und sogar einem „Putzmacher“.

Sie stießen auch auf die ehemalige Bäckerei Bergerhoff und Ralf Bergerhoff. Dieser erzählte von seinem Großvater, die Lieferungen mit Pferd und Wagen und von dem ehemaligen „Feldweg“, die heutige Keilbecker Straße. Der Weg führte zur Kirchstraße und zum Bahnhof Dahlerau. „Hier könnte ein Besuch des Wülfingcafes erfolgen“, lautete der Vorschlag von Richard Hückesfeld. Weiter führt der Weg durch das Schnellental zum Bahnhof Dahlhausen, dann zur alten Wupper-Staumauer und zum Mädchenheim. „Der historische Weg kann auch auf halber Strecke verkürzt werden. Das bietet sich gut für ungeübte Wanderer oder Familien mit kleinen Kindern an“, meinte das wanderfreudige Trio. Die Stopps mit den lustigen Geschichten drumherum dauern, da ist man sich einig. Der Spaziergang könnte glatt zweieinhalb Stunden und mehr dauern.

Jetzt wird erst einmal der Streckenplan verfeinert, das Gespräch mit dem Verein Wülfingmuseum gesucht, um die Rastmöglichkeit zu klären, sowie noch weiteres altes Bildmaterial verarbeitet. „Wir könnten im Juli soweit sein, die erste Führung zum historischen Sparziergang anzubieten“, sagte Günter Schmale. Die Herren des Heimatkundekreises planen, selber Führungen anzubieten. Und natürlich noch die Anekdötchen aufzuschreiben, um sie später erzählen zu können. Die nämlich hatten schon bei der Generalprobe für viele Lacher gesorgt.

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