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Wärmeräume im Winter auch in Radevormwald?

Seniorenbeirat in Radevormwald : Wärmeräume im Winter auch in Rade?

Die Diskussion wurde in der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirates angestoßen. Auch die Stadtverwaltung will das Thema in ihrem Energiesparkonzept berücksichtigen, das derzeit erarbeitet und Ende des Monats vorgestellt wird.

Bei mehr als 30 Grad fällt es eigentlich schwer, sich vorzustellen, dass es in wenigen Monaten wieder sehr kalt werden könnte. Doch der Winter naht – und mit ihm wachsen vielerorts die Sorgen, ob Energie bezahlbar bleiben oder das Gas überhaupt für alle ausreichen wird. Und was passiert dann? Genau das wollte Rolf Schäfer (CDU, und Mitglied im Seniorenbeirat) in der jüngsten Sitzung des Gremiums wissen: Könnte das Begegnungscafé im Haus Hürxthal am Schlossmacherplatz beispielsweise als Wärmeraum für Senioren genutzt werden, die mit einer kleinen Rente nicht genug Geld haben könnten, um sich eine warme Wohnung zu leisten? Sie könnten sich, wenn es ihnen in der unbeheizten Wohnung zu kalt wird, für einige Stunden im Haus der Begegnung wärmen. Stünde das Haus dafür bereit? Fragende Blicke und Achselzucken im Raum. Vorstellbar wäre es sicherlich, doch wer macht sich darüber Gedanken?

Die Stadt ihrerseits wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion noch nicht konkret dazu äußern, verwies auf ein anstehendes Gespräch Ende des Monats, bei dem das Energiesparkonzept der Stadt vorgestellt und Einblicke in die Arbeit und Themen des Krisenstabs gewehrt werden sollen. Letzteres befasse sich derzeit auch mit dem Thema Wärmeräume, hieß es aus dem Rathaus.

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Der Seniorenbeiratsvorsitzende Wolf-Rainer Winterhagen hingegen zeigt sich Tage nach der Sitzung gesprächsbereit und offen für die Thematik: „Ich muss zugeben, dass ich in der Sitzung des Seniorenbeirats zum ersten Mal mit dem Thema konfrontiert wurde, nachdem Rolf Schäfer das Thema ins Spiel gebracht hat“, sagte er auf Anfrage unserer Redaktion Sich explizit Gedanken zu Wärmeräumen zu machen, hält Winterhagen persönlich für verfrüht. Außerdem, betont er, sei es „nicht nur ein Problem, das Senioren betreffen könnte, sondern die gesamte Gesellschaft. Wenn Gas fehlt oder es einfach zu teuer wird, trifft es alle sozial schwachen Menschen.“ Statt sich konkrete Gedanken zu Wärmeräumen zu machen, hält er es für sinnvoller, über eine andere Art von Hilfsangeboten nachzudenken. „Rentner erhalten beispielsweise keine allgemeine Energiepauschale, nur jene, die Sozialhilfe oder Wohngeld erhalten“, erklärt Winterhagen. „Dafür beispielsweise müssten wir uns über die Landesseniorenvertretung bei der Landesregierung stark machen“, meint Winterhagen. Er selbst ist einer von zehn Mitgliedern in der Landesseniorenvertretung.

Darüber hinaus sei er optimistisch, dass Radevormwald in einem solchen Extremfall wieder seine große Solidarität zeigen würde, wie auch schon in der Pandemie geschehen: „Zu Beginn der Corona-Pandemie, als das Impfzentrum in Gummersbach aufgebaut wurde, hatten wir auch alle befürchtet, dass die Senioren dort nicht hinkommen würden. Und dank der großen Solidarität haben sich viele Menschen gefunden, die Fahrdienste organisiert haben“, sagt er.

Ähnlich könnte sich Winterhagen das auch im Fall eines kalten Winters vorstellen. „Ich möchte meinen, dass sich Nachbarn dann für drei, vier Stunden zusammensetzen würden, um sich zu wärmen.“ Wenn es nötig würde, fände er es richtig, Haus Hürxthal als Wärmeraum bereitzustellen. „Aber es gibt auch andere Räume, in denen so etwas möglich sein würde, beispielsweise in Gemeinderäumen, wo das bestimmt kein Problem wäre. Einige Möglichkeiten haben wir schließlich in Radevormwald. Auch in den Wupperorten könnte das Bürgerhaus sicherlich dafür genutzt werden“, sagt er. Winterhagen findet, „das Thema im Hinterkopf zu haben, ist wichtig, aber es sollte jetzt keine Panik deswegen ausbrechen.“