Vorsitzender des Hospizvereins in Radevormwald hört auf

Nach 20 Jahren : Steffens gibt Hospizverein-Vorsitz ab

Nach 20 Jahren sei es nun ein guter Zeitpunkt, den Weg freizumachen, sagt der langjährige Vorsitzende.

Es steht fast beiläufig in der Ankündigung zur Mitgliederversammlung am 20. März. Doch für den Hospizverein in Radevormwald geht sozusagen eine Ära zu Ende: Peter Steffens, der seit 20 Jahren Vorsitzender des Ambulanten Ökumenischen Hospizes ist, hat sich entschieden, nicht erneut für das Amt anzutreten.

„Nach zwei Jahrzehnten ist es auch mal Zeit für jemand Neues, für neue Ideen“, begründet der 67-Jährige seinen Schritt. Der Moment biete sich an, das Hospiz stehe solide da, es gebe unter den Mitgliedern eine gute Mischung zwischen Alt und Jung, Frauen und Männern. Wer seine Nachfolge übernimmt, dazu äußert sich Steffens nicht. Diese Entscheidung werde bei der Wahl fallen, obwohl es natürlich Kandidaten gebe.

Als Steffens den Vorsitz übernahm, arbeitete der Verein noch in sehr bescheidenem Rahmen, in einem Raum des Johanniter-Seniorenheims. Später bezog man Räume an der Grabenstraße, inzwischen haben die Mitglieder Räumlichkeiten an der Kaiserstraße, wo es auch genug Raum für Schulungen und andere Veranstaltungen gibt. „Wir bieten Sterbebegleitung und Trauerbegleitung an“, schildert Steffens die Aktivitäten des Ambulanten Hospizes. „Einen immer größeren Raum nehmen inzwischen die Beratungen zu solchen Themen wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ein.“

Die Trauerkultur habe sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich verändert. „Man geht offener mit diesem Thema um, es wird mehr auf die persönlichen Wünsche der Betroffenen eingegangen.“ Dann könne es auch sein, dass Kinder beispielsweise den Sarg eines Verstorbenen bemalen. Ebenso entwickelt habe sich die Versorgung durch die Palliativmedizin.

Und eins hat Steffens noch auf dem Herzen: „Wir sind sehr dankbar für die Spenden von Firmen, Vereinen, Kirchen und Privatpersonen, die auf diese Weise unsere Arbeit unterstützen“, betont der scheidende Vorsitzende.

Was nimmt Peter Steffens menschlich von dieser anspruchsvollen ehrenamtlichen Aufgabe mit? „Was mich immer fasziniert hat, ist, wie viel man von den Betroffenen zurückbekommt“, sagt er im Rückblick. „Und es wird dabei durchaus auch mal gelacht.“

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