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Vorbestrafte Radevormwalderin muss erneut vor Gericht

Radevormwalderin verstrickt sich in Widersprüche : Vierfache Mutter des Betrugs überführt

Vor dem Richter am Wipperfürther Amtsgericht verstrickte sich die 31-Jährige in Widersprüche. Das Verfahren wurde dennoch eingestellt.

Warum eine 31-jährige Radevormwalderin immer wieder wegen Betrugs vor Gericht steht, wurde in der jüngsten Verhandlung am Wipperfürther Amtsgericht nicht erörtert. Die vierfache Mutter ist bereits zehnmal vorbestraft, zuletzt erhielt sie im Dezember eine sechsmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung. Nun wurde eine weitere Straftat verhandelt. Die Hausfrau hatte im Juni 2020 im Internet über Ebay Kleinanzeigen eine Fritzbox für 140 Euro verkauft. Der Käufer hatte diesen Betrag auch auf das Konto der Radevormwalderin überwiesen, die Ware jedoch nie erhalten.

Zum Beweis ihrer Unschuld legte die Angeklagte dem Richter die Sendungsinformation vor, die sie bei der Übergabe des Pakets vom Postboten erhalten hatte. Der Richter merkte an, dass das Paket aber an ihre Adresse zurückgekommen sei. Die 31-Jährige wiegelte ab: „Das kann sein, aber ich habe nichts bekommen und auch nichts unterschrieben. Durch Corona legt der Postbote die Pakete auf einen Tisch vor der Eingangstür“, gab sie an. Der Käufer hätte sich daraufhin nicht mehr bei ihr gemeldet. Der Richter hatte jedoch noch mehr Informationen aus der Akte der Radevormwalderin, mit der er die Angeklagte konfrontierte. „Sie haben dem Käufer geschrieben, dass das Paket zurückgekommen ist, weil das Etikett komplett zerstört gewesen sei“, hakte der Richter nach. Erst nachdem die vierfache Mutter sich daraufhin nicht mehr gemeldet hatte, habe der Käufer sich an die Polizei gewandt. Die Beweise belasteten die Angeklagte, die Geld vom Jobcenter bezieht, schwer. Doch erst als die Staatsanwältin mit Fragen nachhakte, gab die Angeklagte zu, die Fritzbox innerhalb der Familie weitergegeben zu haben. „Wenn Sie berichten, dass das Gerät zurückgekommen ist, dann können Sie es nicht einfach behalten“, mahnte die Staatsanwältin und fügte hinzu: „Sie haben einen Kaufvertrag geschlossen und ihn nicht erfüllt – trotz Vorstrafen.“

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Der Bewährungshelfer konnte hingegen nur Positives berichten: „Der Kontakt ist regelmäßig, der Zahlungsaufforderung wird auch nachgekommen“, berichtete er. Mit kleinen Raten in Höhe von zehn Euro pro Monat sollen die bisher Geschädigten ihr Geld zurückerhalten.

Das Gericht sah von einer weiteren Strafverfolgung ab und stellte das Verfahren ein. Moderate Auflagen sollen verhindern, dass die Frau aus Geldnot weitere Straftaten begeht und die Kinder darunter leiden müssen. „Sie haben Einiges auf dem Kerbholz, was in Verbindlichkeiten endet. Damit muss Schluss sein, sonst laufen Sie Gefahr, eine Freiheitsstrafe zu kriegen“, mahnte der Richter eindringlich. Um nicht zusätzlich zivilrechtlich belangt zu werden, forderte der Richter die Radevormwalderin dazu auf, die 140 Euro dem Geschädigten zurückzuzahlen. „Das kann ich erst, wenn das Kindergeld kommt. Anders ist das bei uns nicht möglich“, kündigte sie an.