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Vor 20 Jahren wurde der Kinder- und Jugendtreff „Life“ gegründet

„Life“ in Dahlhausen : Mehr als nur ein Jugendtreff

Vor 20 Jahren wurde der Kinder- und Jugendtreff „Life“ Auf der Brede in Dahlhausen gegründet. Im Rahmen eines großen Fests mit abwechslungsreichem Programm wurde das Jubiläum am Freitagnachmittag gefeiert.

„Et es 20 Johr jenau jetz her“ – was die Kölsch-Band Bläck Föss 1990 über die eigene Bandgeschichte sangen, galt in diesem Jahr für den Kinder- und Jugendtreff „Life“ Auf der Brede in Dahlhausen. Denn vor 20 Jahren, genauer am 17. April 1999, wurde das Jugendzentrum eröffnet. Am Freitagnachmittag wurde dieses Jubiläum mit einem kleinen Fest begangen – neben Bastelaktionen, Kinderschminken und einer Hüpfburg konnten die kleineren und größeren Besucher sich im Kleinfeldfußball oder beim Match auf der PlayStation messen sowie sich bei Grillwürstchen und Getränken wieder davon erholen.

Im Mittelpunkt stand jedoch der Jugendtreff selbst, der vor 20 Jahren von Britta Hallek aufgebaut wurde. „Damals waren wir noch in einem Raum im oberen Bereich der Grundschule. Der Raum wurde von uns komplett eingerichtet“, erinnerte sich die Mitarbeiterin im Jugendamt. Seit 2008 befindet sich der Jugendtreff im Pavillon der Grundschule, wie der heutige Leiter Jochen Pries sagte: „Der Umzug war möglich geworden, als die Schülerzahlen an der Grundschule zurückgegangen sind.“

Am Anfang war Hallek alleine, bekam aber direkt Unterstützung von den Jugendlichen, die sich ebenfalls einen Treffpunkt in ihrem Viertel gewünscht hatten. „Sie haben von Anfang an mitgeholfen. Das hat sich auch weiter durch die Geschichte des Treffs durchgezogen“, sagte Hallek. So sei etwa die Theke im Pavillon von einem ehemaligen Besucher des Jugendtreffs gebaut worden. „Wir haben damals gesagt: Komm, wir haben dich durch die Prüfung geboxt, jetzt hilfst du uns beim Thekenbau“, erinnert sich Hallek und lacht. Sie sei glücklich, wenn sie heute den ehemaligen Jugendlichen als Erwachsene begegnete: „Es ist schön zu sehen, was aus ihnen geworden ist.“

Bürgermeister Johannes Mans war ebenfalls zur Jubiläumsfeier gekommen. „Ich bin sehr froh, dass wir diese Einrichtung haben. Im Zuge der Quartiershilfen bauen wir weiterhin darauf, die Angebote fortzuführen und zu erweitern“, sagte Mans. Eines sei erst Anfang Mai installiert worden. „Im Rahmen der aufsuchenden Hilfen werden Jugendliche auf dem Weg in die Ausbildung – und darüber hinaus – betreut. Das sind lebensnahe Bereiche, in denen wir tätig werden“, betonte der Bürgermeister. Pries ergänzte: „Wir wollen auch in den Schulen präsent sein, derzeit sind wir es in der Armin-Maiwald-Schule. Dort können wir die Jugendlichen abholen und gemeinsam sehen, welcher berufliche Weg gut geeignet ist.“ Zusätzlich solle ein Netzwerk mit Unternehmen in Rade aufgebaut werden, das mit dazu beitragen könne, den Fachkräftenachwuchs von Morgen zu schaffen.

Aber auch sonst sei der Jugendtreff ein wichtiger Raum für die Jugendlichen. „Wir decken die ganze Bandbreite von sechs bis 24 Jahren ab, haben niederschwellige Angebote, etwa Kicker, Billard, die PlayStation oder einen einfachen Thekenbetrieb“, sagte Pries, der das „Life“ seit vier Jahren leitet. Unterstützt werde er von mehreren Mitarbeitern, insgesamt seien dreieinhalb Stellen für den Jugendtreff vorgesehen.

„Es gibt verschiedene Gruppen, etwa eine Kochgruppe, ein Elterncafé, aber auch medienpädagogische Gruppen. Darin reden wir mit den Jugendlichen über die Gefahren, die etwa Bilder in den sozialen Netzwerken darstellen können“, sagte Pries. Mittwochs gebe es zudem ein reines Angebot für Mädchen. „Dann ist das ‚Life‘ nur für die Ladies offen. Das wird auch richtig gut angenommen“, erklärte Pries.

Das Ziel der Arbeit im „Life“ sei vor allem, ein gesundes Aufwachsen im Quartier bieten zu können. Hinzu komme, den Jugendlichen beim Weg in Praktikum, Ausbildung oder Beruf zu helfen. „Das ‚Life‘ hat sich in den vergangenen Monaten zu weit mehr als nur einem Jugendtreff entwickelt“, sagte Pries. Dass aber auch der gut angenommen wird, war bei der teils ausgelassenen Stimmung, die mit der Musik von DJ Marc-Oliver weiter angeheizt wurde, auch am Freitag deutlich zu merken.