Pflaumenkirmes mit spannenden Attraktionen „Die Radevormwalder sind schwindelfrei“

Radevormwald · Die diesjährige Veranstaltung punktet mit neuen Fahrgeschäften und einem kompakteren Aufbau. Das sommerliche Wetter am Wochenende trägt maßgeblich zum Erfolg bei. Schausteller und Besucher sind zufrieden – nur Pflaumen fehlen erneut.

So schön ist die Pflaumenkirmes 2023 in Radevormwald
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So schön ist die Pflaumenkirmes 2023 in Radevormwald

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Foto: Jürgen Moll

Sichtlich in Festlaune waren die Radevormwalder an diesem Wochenende bei der traditionsreichen Pflaumenkirmes. Bereits zur Eröffnung am Freitag, als Bürgermeister Johannes Mans traditionell als Symbol der städtischen Unterstützung und Wertschätzung einen Korb voller Pflaumen an eine Senioreneinrichtung überreichte – dieses Jahr an das Johanniter-Haus – tummelten sich zahlreiche Menschen vor dem Rathaus und in der Innenstadt und schauten sich die Attraktionen an.

Für die beiden Mutter-Tochter-Gespanne Gerda und Leonie Franke sowie Uschi und Daniela Klawitter gehören Kirmesbesuche in ihrer Heimatstadt ebenfalls zur festen Tradition. Seit nunmehr 40 Jahren schon treffen sich die vier immer zur Eröffnung – egal ob Schützen- oder Pflaumenkirmes – um sich gemeinsam eine Currywurst mit Pommes zu gönnen und mit einem Pils anzustoßen. Bei den sommerlichen Temperaturen in diesem Jahr machte ihnen das besonders viel Spaß.

Doch auch viele andere Besucher frönten dem spätsommerlichen Wetter und verweilten zwischen Bierstand und Grillbude im improvisierten Biergarten auf der Hohenfuhrstraße. Auf dem großen Parkplatz waren die dort sonst abgestellten Autos mehreren großen Fahrgeschäften gewichen, wie etwa dem Autoscooter der Schaustellerfamilie Schmidt, dem bunt blinkenden Rundfahrgeschäft „Mr. Beat“, einem kleinen Greifarm-Stand und einer mit Preisen vollgepackten Schießbude. Statt der angekündigten Walzerfahrt, hatte der „Top Spin No.2“, ein sich horizontal drehendes Fahrgeschäfte mit Wasserfontäne, den letzten Stellplatz hinterm Rathaus eingenommen und sorgte für eine wohltuende Abkühlung.

Der Publikumsmagnet war in diesem Jahr das 42 Meter hohe Fahrgeschäft „Fighter“. Vom Marktplatz aus wirbelte es die Fahrgäste in luftiger Höhe über die Dächer der Stadt. Nur wenige Meter von der Fassade des Restaurants „Am Matt“ schoss der lange Arm des Fighters mit einer Doppelgondel am Ende in die Luft und bot Fahrgästen einen spektakulären Blick über Stadt – zumindest jenen, die beim Herumwirbeln der Gondel nervenstark genug waren, die Augen geöffnet zu halten. „Mega. Einfach ein krasses Gefühl“, berichtete Lena (17), die ihre Höhenangst für einen Moment überwunden hatte. „Ich hab mich zuerst nicht getraut, weil es von hier unten einfach so hoch aussieht und man das Gefühl hat, dass das Teil in die Häuser rasen wird. Aber es macht echt Spaß.“

Tatsächlich hatte sich der Aufbau des größten Fahrgeschäfts auf der Pflaumenkirmes für Schausteller Marco Mages aus Neuss als nicht ganz einfach erwiesen. Der lange Schwungarm sah vor der bergischen Häuserkulisse zwar spektakulär aus, einfach war die Justierung aber nicht. „Es war schon herausfordernd, weil hier mitten in der Innenstadt durch die Bebauung nicht so viel Platz ist.“  Seinen ersten Besuch in Radevormwald bewertete Mages dennoch positiv: „Die Radevormwalder sind schon schwindelfrei.“ Dass er im kommenden Jahr mit dem „Fighter“ wiederkommen wird, hält er für unwahrscheinlich. Denn ein solch großes Fahrgeschäft würde in einer Kleinstadt nur alle zwei bis drei Jahre Sinn ergeben. Sonst würden Besucher schnell überdrüssig.

Von Überdruss konnte bei den jüngsten Kirmesbesucher keine Rede sein: Neben Entenangeln und Kinderkarussell weckte in diesem Jahr das Rundfahrgeschäft „Fantasia“ die Neugier der Kinder. Aufgeregt zuppelten sie an Mamas und Papas Hand und zeigten mit leuchtenden Augen auf die kleinen Fahrzeuge, die auf einer kleinen Fahrbahn auf und ab fuhren. Während Mama also eine Portion Churros und Spiralkartoffeln für die Familie holte, löste Papa das Ticket für den Fahrspaß des Nachwuchses. Auch zwischen Hohenfuhrstraße, Ost- und Kaiserstraße waren kleinere Buden platziert, die Besucher mit zahlreichen Leckereien verführten.

Besucherin Britta (58) verpasst nur selten ein Stadtfest, „weil man hier einfach immer jede Menge Leute trifft.“ Auch die Pflaumenkirmes gefalle ihr gut, obwohl ihr in diesem Jahr auffiel, dass es wohl deutlich weniger Buden gab, besonders zum Sparkassen-Kreisel hin.

Tatsächlich spielte sich die Pflaumenkirmes in diesem Jahr zwischen Kotten- und Carl-Diem-Straße ab und zog sich von der Schützenstraße über die Oststraße, den Marktplatz und die Kaiserstraße bis vor den Fahnenkreisel. Der Kreisverkehr und die Zufahrt bis zur Carl-Diem-Straße blieben diesmal frei, worüber sich die Autofahrer freuten, die somit weniger Umwege fahren mussten.

Maren (14) gefiel es ebenfalls auf der diesjährigen Kirmes. „Das einzige, was mir fehlt, ist der Musikexpress“, urteilte die Jugendliche. Britta vermisste dagegen die ehemalige Musikbude, freute sich allerdings über leckere Reibekuchen. „Pflaumenkuchen wäre natürlich auch lecker und passend zu Pflaumenkirmes.“ Auf den mussten die Besucher in diesem Jahr aber erneut verzichten. Trotz aller Bemühungen hatte es Schaustellerin Jacqueline Schmidt nicht geschafft, einen Bäcker zu finden, der ihr für die Kirmes einige Kuchenbleche backen wollte. „Ich finde es persönlich auch schade, weil ich selbst Pflaumen liebe. Im nächsten Jahr werden wir die Pflaume mehr hervorheben“, versprach Schmidt, die sich mit dem sonstigen Verlauf der Kirmes sehr zufrieden zeigte: „Wir haben optimales Kirmeswetter. Wir hatten die letzten zehn Jahre hier nicht mehr so ein schönes Wetter auf der Pflaumenkirmes.“ Die Schaustellerkollegen seien mit dem bisherigen Kirmesverlauf und -umsatz ebenfalls zufrieden.

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