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Umzug am Gira-Campus in Radevormwald

Blickpunkt Wirtschaft in Radevormwald : Großer Umzug am Gira-Campus geglückt

Eine logistische Herausforderung: Abteilungen wie der Werkzeugbau, die Verfahrens- und Messtechnik, Teile der Kunststofffertigung, der Messebau und die Lehrwerkstatt sind jetzt an den Standort Dahlienstraße zurückgekehrt.

Man kennt das aus dem privaten Bereich: Jeder Umzug birgt so seine ganz eigenen Herausforderungen. Das gilt aber erst recht, wenn ganze Produktionsabteilungen eines Industrieunternehmens mit ihren Anlagen verlagert werden müssen. So geschehen jetzt beim Gebäudetechnikspezialisten Gira mit dem Werkzeugbau, der Verfahrens- und Messtechnik, Teilen der Kunststofffertigung, dem Messebau und der Lehrwerkstatt. Denn für diese Abteilungen hieß es in den vergangenen Wochen, zu packen, weil sie aus angemieteten Flächen oder von anderen Liegenschaften der Firma zurück an den Stammsitz des Technologieunternehmens an der Dahlienstraße gekehrt sind.

Dort waren Flächen freigeworden, nachdem die komplette Montage und große Teile der Logistik im 30.000 Quadratmeter großen Produktions-, Entwicklungs- und Logistikzentrum am Gira-Campus an der Röntgenstraße eine neue Heimat gefunden hatten, heißt es in einer Pressemitteilung. Bei dem Umzug der „Heimkehrer“ wechselten aber nicht nur Mobiliar und Inventar in Umzugskisten den Standort, sondern auch zahlreiche Maschinen und Fertigungsanlagen. „Unsere Maschinen wiegen zwischen 1,5 und 17 Tonnen“, sagt Sascha Hasenburg, Leiter des Werkzeugneubaus. Eine echte Herausforderung, zumal die großen Abmessungen der Anlagen eine exakte Planung der möglichen Transportwege verlangten. Tatsächlich reichte nicht in jedem Fall solche Millimeterarbeit: Mehrere Maschinen mussten mit Hilfe eines Schwerlastkrans über eigens geschaffene Öffnungen im Dach der Werkshallen an den neuen Standort gehievt werden.

 Schweres Gerät kam beim Umzug der Firma Gira häufig zum Einsatz.
Schweres Gerät kam beim Umzug der Firma Gira häufig zum Einsatz. Foto: Gira
 Zentimeterarbeit: Für den Rückumzug mussten die möglichen Transportwege exakt geplant werden.
Zentimeterarbeit: Für den Rückumzug mussten die möglichen Transportwege exakt geplant werden. Foto: Gira

Eine genaue Planung war auch deshalb erforderlich, weil es erklärtes Ziel des Mittelständlers war, die Umzüge ohne Beeinträchtigung der Fertigung oder gar Produktionsausfälle über die Bühne zu bekommen. „Wir hatten nur ein schmales Zeitfenster, in dem der Transport möglich war“, berichtet Andreas Höller, Projektleiter in der Kunststofffertigung. „Eine spätere Verlagerung hätte unsere Lieferfähigkeit beeinträchtigt, da wir nur für die geplante Transportzeit entsprechende Mengen vorproduziert hatten.“

 Alles Gute kommt von oben: Anlagen, deren Abmessungen zu groß für die Transportwege waren, brachte ein Schwerlastkran durch temporäre Dachöffnungen an ihre neuen Standorte.
Alles Gute kommt von oben: Anlagen, deren Abmessungen zu groß für die Transportwege waren, brachte ein Schwerlastkran durch temporäre Dachöffnungen an ihre neuen Standorte. Foto: Gira

Erschwerend kam hinzu, dass alle Umzüge wegen der Corona-Pandemie unter strikter Einhaltung von Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen stattfinden mussten. „Wir haben daher aus den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Früh- und der Spätschicht zwei Gruppen gebildet und beide räumlich getrennt: Während die eine Gruppe am alten Standort alles einpackte, hat die andere Gruppe an der Dahlienstraße alles ausgepackt – alles unter Beachtung des gebotenen Mindestabstands. Da beide Gruppen keinen unmittelbaren Kontakt von Angesicht zu Angesicht zueinander hatten, musste alles entsprechend beschriftet und bebildert werden. Da waren Teamarbeit und gute Organisation gefragt“, erzählt Corinna Mädje, die die Verfahrenstechnik leitet.

 So manche Schwerlast schwebte über dem neuen Standort.
So manche Schwerlast schwebte über dem neuen Standort. Foto: Gira

Der Aufwand hat sich gelohnt. Nicht nur weil die sehr aufwendige interne Logistik damit der Vergangenheit angehört und kürzere Wege für höhere Effizienz sorgen. Denn das Familienunternehmen hat alle Flächen vor dem Einzug umfassend modernisiert – sowohl unter ergonomischen als auch unter energetischen Gesichtspunkten.

„Durch die Renovierung der ehemaligen Montagebereiche und den Umzug sind wir alle wieder zurück unter einem Dach. Wir konnten ein angenehmes, ergonomisch verbessertes Arbeitsumfeld für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen. Dies ergänzt einen optimierten Material- und Informationsfluss, der letztlich unserer gesamten Produktion zu Gute kommt“, zieht Andreas Schulte, Leiter der Kunststofffertigung, denn auch ein rundum positives Fazit dieses nicht alltäglichen Umzugs.