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Radevormwald: Uelfebad droht Zwangsversteigerung

Radevormwald : Uelfebad droht Zwangsversteigerung

Eigentümer und Inhaber Horst Schmitz ist dennoch hoffnungsvoll, dass sich bis zum Termin im Juni eine Lösung finden wird. Die Betreiber-GmbH ist nicht betroffen. Der Gastronom hat bereits Pläne für ein neues Konzept.

Für Freunde des Uelfebads wird diese Nachricht zunächst ein Schock sein: Das beliebte Ausflugsziel im idyllischen Tal bei Radevormwald taucht aktuell im Justizportal unter den Zwangsversteigerungsterminen des Amtsgerichtes in Wipperfürth auf. "Im Wege der Zwangsvollstreckung", heißt es dort, sei für Mittwoch, 13. Juni, ein Termin für die Versteigerung der Gaststätte nebst Wirtschaftsgebäude und Garage anberaumt wurde.

Das klingt zunächst bedenklich, doch Horst Schmitz, der Eigentümer der Gebäude und Betreiber der Ausflugsgaststätte, warnt davor, nun gleich allzu schwarz zu sehen. Er räumt ein, dass es Probleme gibt, ist aber hoffnungsvoll, dass gemeinsam mit dem Kreditinstitut, das die Gläubigerin ist, eine Lösung geben und der Termin wieder getilgt werden kann.

Zudem gibt der Gastronom zu bedenken, dass es allein um das Gebäude geht, nicht um die Betreiberfirma. Diese heißt H.S. Restaurations-GmbH und ist formell der Mieter des Gebäudes mit Schmitz als Geschäftsführer. Über die Gründe der drohenden Zwangsversteigerung verrät er zumindest so viel, dass ein Schicksalsschlag im Familienkreis eine wesentliche Rolle dabei gespielt habe.

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Dennoch hat der Gastronom bereits Ideen, wie er nach der erhofften Überwindung der aktuellen Probleme das Restaurant mit einem neuen Konzept noch attraktiver machen kann. So möchte er Thementage veranstalten, beispielsweise mit Produkten der Saison wie Spargel.

80 Sitzplätze bietet die Gastronomie im Inneren, draußen ist noch Platz für 100 Menschen mehr. Die Nutzfläche wird im Justizportal mit rund 340 Quadratmetern angegeben. Als Verkehrswert wird der Betrag von 151.000 Euro genannt.

Dass es nicht so leicht ist, in diesen Tagen ein Ausflugslokal zu führen, hat der 53-Jährige in den mittlerweile 27 Jahren, die er das Uelfebad betreibt, gemerkt. "Leider sind wir als Radevormwalder hier ziemlich in der Randlage im Oberbergischen Kreis", meint er. Und erinnert sich an die Versprechen von Touristik-Experten aus früheren Jahren, die den Radevormwaldern massenweise Besucher vorausgesagt hätten. In der Realität seien es dann doch nicht so viele Touristen gewesen, resümiert er.

Immerhin verfügt die "kleinste Talsperre der Welt", an das viele Generationen in der Region nicht zuletzt aus Kindertagen schöne Erinnerungen haben, nach wie vor über einen reizvollen Spielplatz. Die Straße durchs Tal ist saniert worden, was die Zufahrt für viele Besucher bequemer macht. In neun Jahren wird die Freizeitanlage im Uelfetal übrigens ihr hundertjähriges Bestehen feiern können - sie wurde eröffnet am 26. Juni 1927.

(s-g)