Radevormwald: Über frühere Motorboot-Zeiten reden

Radevormwald: Über frühere Motorboot-Zeiten reden

Der Motorboot-Weltmeister von 1973, Rainer Bisterfeld, hatte eingeladen, um über die alten Zeiten zu sprechen und über den manchmal gefährlichen Sport zu sprechen. Bisterfeld wurde auch Deutscher Meister und Europameister.

In Erinnerungen schwelgen und über alte Zeiten sprechen, das wollten die ehemaligen Motorbootsportler. Der Radevormwalder Rainer Bisterfeld, ehemaliger Motorboot-Weltmeister, lud am Freitagabend in den "Warsteiner Treff" ein, um mit ehemaligen Kollegen und Freunden die Vergangenheit Revue passieren zu lassen. "Wir haben uns bereits letztes Jahr in einem kleinen Kreis getroffen, das wollten wir in diesem Jahr in etwas größerer Runde wiederholen", erzählt Rainer Bisterfeld, der seit seinem Karrierebeginn im Motorbootsport 1964 insgesamt 24 Titel holte.

Darunter war er mehrfach der Titel des Deutschen Meisters (350 und 500 ccm) und Europameisters. Im Oktober 1973 gelang es ihm in Österreich, Weltmeister zu werden. Der begeisterte Sportler fuhr in 14 Ländern Rennen. "Heute wollen wir über die vergangenen Zeiten sprechen", sagt Bisterfeld, der fünf ehemalige Motorbootfahrer und vier ehemalige Techniker eingeladen hatte. In den 1970-ern berichteten ARD und ZDF häufig über Rennsport-Veranstaltungen. Es wurden Busse gechartert, um Bisterfeld zu Rennen in Deutschland wie an der Mosel zu begleiten.

Manfred Richter, ebenfalls Deutscher Meister, Europameister und Weltmeister im Motorbootsport war aus Köln angereist. "Für mich ist das wie ein Klassentreffen", sagte er. "Wir sind alle lange befreundet, und auch unsere Familien kennen sich", ergänzte der begeisterte Rennfahrer. "Es ist ein auf jeden Fall ein sehr gefährlicher Sport", erinnert sich Ötte Markus, ein ehemaliger Rennfahrer aus Hagen. Dennoch kann er sich heute noch dafür begeistern. "Die Boote fahren bis zu 240 Stundenkilometer schnell", sagt der frühere Motorcross-Fahrer, der erst durch Rainer Bisterfeld dazu kam, ins Motor-Rennboot umzusteigen. "Heute fahren einige von uns noch zu den Rennen als Zuschauer", sagt Ötte Markus. "Was mir an diesem Sport so viel Spaß macht, das sind die netten Leute und die tollen Rennkollegen, Trotz aller Konkurrenz", sagt Bisterfeld, der einige Gäste schon 65 Jahre kennt.

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Durch einen Urlaub in der Schweiz und eine dortige Bekanntschaft war Bisterfeld zum Motorbootsport gekommen. Noch heute ist die Familie Bisterfeld in diesem Sport aktiv. "Mein Enkel Nik fährt seit 2004 auch Motorboot", berichtet Bisterfeld. Der 25-Jährige hat es bis in die Formel 2 geschafft. "Auch heute ist also die ganze Familie eingebunden", sagt er. "Es war nicht immer einfach für die Familie, vor allem mit den ganzen Unfällen, die es gab", erinnert sich Bisterfeld. "Da kommt dann natürlich auch eine gewisse Unsicherheit auf", ergänzt er.

"Mich begeistern die Geschwindigkeit und die Technik", sagt Werner Zappe. Der ebenfalls ehemalige Fahrer war extra aus Baden-Württemberg angereist, um mit seinen Kollegen in alten Erinnerungen zu schwelgen. "Es ist definitiv ein ausgefallener Sport", sagt Bisterfeld. Der Radevormwalder, der heute in Nürnberg lebt, genoss es wieder einmal in seiner Heimat zu sein. "In Radevormwald zu sein, das fühlt sich für mich immer so an, wie nach Hause zu kommen", sagt er.

(RP)
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