Radevormwald: Typisierungsaktion soll Menschenleben retten

Radevormwald: Typisierungsaktion soll Menschenleben retten

Christoph Schreiner ist an Leukämie erkrankt. Die Diakoniestation Wermelskirchen will helfen: Registrieren lassen können sich Stammzellenspender am 4. Juli im Gemeindezentrum am Markt.

Die Anzeichen waren harmlos. Erst Schmerzen in der rechten Wade, dann Müdigkeit und Gelenkschmerzen. Dann ging Christoph Schreiner zum Hausarzt. Nach den Ergebnissen der Routineuntersuchung und einer Blutabnahme ging es ganz schnell: Der Wermelskirchener kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus, die Diagnose lautete Leukämie.

Blutkrebs - ein Schock für den Erkrankten und seine Familie. Große Betroffenheit aber auch im Freundes- und Kollegenkreis. Die Diakoniestation Wermelskirchen, wo die Ehefrau von Christoph Schreiner arbeitet, ist sofort aktiv geworden: Sie plant eine Typisierungsaktion, um einen Knochenmarkspender für den Wermelskirchener zu finden. Geschäftsführer Peter Siebel: "Wir hoffen, dass am 4. Juli mindestens 500 Menschen ins Gemeindezentrum kommen. Denn das Finden eines Stammzellenspenders ist die einzige Überlebenschance für Christoph Schreiner."

Für die direkten Kollegen sei die Situation sehr belastend und schwer, sagte Siebel, "aber wir wollen helfen und einen Spender finden". Und er appelliert: "Sonst helfen wir den Menschen, jetzt brauchen wir die Hilfe der Menschen."

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Um die Aktion durchführen zu können, sucht die Diakoniestation auch Helfer. Insgesamt werden über 40 benötigt, die an dem Tag unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Vor allem aber, um den Spendern Blut abzunehmen. "Bitte melden Sie sich!" Geld wird auch benötigt. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ist eine gemeinnützige Gesellschaft und auf Spenden angewiesen. "Wenn 500 Menschen kommen, kostet diese Aktion rund 25 000 Euro."

Bislang war die weltweite Suche nach einem passenden Stammzellenspender für Christoph Schreiner erfolglos. An der Registrierungsaktion kann jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren teilnehmen. Fünf Milliliter Blut werden dem Spender abgenommen, damit seine Gewerbemerkmale bestimmt (typisiert) werden können. Laut DKMS ist die Suche nach geeigneten Spendern deshalb so schwer, weil noch immer viel zu wenig Menschen als potenzielle Stammzellenspender zur Verfügung stehen. Wer also nicht in einer Spendendatei steht, kann nicht gefunden werden.

Hier geht es zur Infostrecke: Meilensteine der Stammzellforschung

(RP)