Radevormwald: Trio stellt die Sparkasse auf den Kopf

Radevormwald : Trio stellt die Sparkasse auf den Kopf

Nach Vorstandssprecher Frank Jäschke haben auch Vorstandsmitglied Alexander Still und die Generalvollmächtige Dorothea Stabolewski ihre Arbeit aufgenommen. Ende Februar sollen erste Ergebnisse der Arbeit geliefert werden.

Zu seiner Begrüßung hatte der neue, für 14 Monate engagierte Vorstandssprecher Frank Jäschke angekündigt, dass sich in der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen schnell einiges verändern werde. Jäschke hält Wort. "Ich habe mit allen Mitarbeitern gesprochen und festgestellt, dass ich eine sehr intakte Mitarbeiterschaft habe", sagt er nach 75 Tagen Amtszeit und ergänzt, "viele sprechen von ,meiner Sparkasse'." Auch die Politiker in den Aufsichtsgremien hat er direkt angesprochen: "Die Politik muss das Wohl der Sparkasse primär im Auge haben." Aktuell sieht er eine gute Atmosphäre in den Gesprächen.

Beim operativen Geschäft stellt sich Jäschke dem Markt, Alexander Still wird alle Themen der sogenannten Marktfolge bearbeiten. Dorothea Stabolewski, die früher bei der Sparkasse Hannover auch bereits Generalbevollmächtigte war, ergänzt seit kurzem das Führungsteam. "Wir können jede helfende Hand gebrauchen", sagt Frank Jäschke. 15 Unternehmenbesuche stehen in den nächsten Tagen bei ihm auf dem Terminplan, während die neue Generalbevollmächtigte als erfahrene Kraft für das Privatkundengeschäft verantwortlich ist.

Dazu kommt für alle drei die sehr wichtige Arbeit an der strategischen Neuausrichtung. Mit Hilfe zweier Expertenteams von außen und dem kritischen Blick des neuen Vorstands verspricht der Sparkassen-Vorstandssprecher in der gebotenen Geschwindigkeit für die örtliche Sparkasse neue Geschäftsmodelle. Ende Februar, spätestens Anfang März werde einiges sichtbar. Ein externes Team macht derzeit einen kompletten betriebswirtschaftlichen Check, das zweite schaut sich den regulatorischen Zustand an, ob auf Dauer alle gesetzlichen Bedingungen erfüllt werden. "Wir prüfen alles auf Herz und Nieren", sagt Alexander Still. Die Ergebnisse fließen unmittelbar in die Neuplanungen ein.

"Die Sparkasse wird sich ganz anders präsentieren als in der Vergangenheit", sagt Jäschke und nennt als Stichworte Offenheit gegenüber der Region und die Hinwendung zu einem offenen, modernen Institut. Als Verkäufer ergänzt er: "An uns sollen die Kunden und Mitarbeiter nicht mehr vorbeikommen".

Obwohl erst kurze Zeit dabei, spricht auch Alexander Still (44) bereits von einem" offenen und sehr konstruktiven Klima". Er sieht die Tätigkeit in Rade und Hückeswagen als eine spannende Aufgabe, auch weil es seine erste Vorstandsverantwortung ist. "Der demografische und digitale Wandel verlangen große Anstrengungen", sagt er.

Zu den Anstrengungen gehört auch das Auftreten nach außen, das bisher vornehmlich von Marketingleiter Michael Scholz übernommen wurde. "Und das war eindeutig zu wenig", kritisiert Frank Jäschke. In den nächsten Tagen soll deshalb die Strategiearbeit anstehen. Etwa zwei Drittel habe man schon geschafft, es gebe trotzdem noch sehr viel zu tun. Denn Ziel sei, sagen Alexander Still und Frank Jäschke, die Selbstständigkeit des Hauses zu erhalten und ein tragfähiges Zukunftskonzept zu erstellen. "Und das will auch die Kommunalpolitik", sagt Frank Jäschke, der auch mit Kritikern zum Beispiel der Filialschließungen gesprochen hat. "Ich habe sie eingeladen und mit ihnen gesprochen. Das war mir wichtig."

Inhaltlich ergänzt er, dass in Zukunft wieder Kontinuität aufgebaut werden soll und dort, wo es nötig ist, auch die menschliche Komponente wieder eine Rolle spielen wird. Als Beispiel nennt er die Baufinanzierung. Dabei sollen die Mitarbeiter aus dem eigenen Haus eine sehr wichtige Rolle spielen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE