Radevormwald: "Tour Demenz" macht Station

Radevormwald: "Tour Demenz" macht Station

Mit einer 150 Kilometer langen Radtour machen der Sportler und Sozialpädagoge Arnd Bader und andere Teilnehmer auf die Krankheit aufmerksam. Auch am Haus der Begegnung in Radevormwald machten sie eine Rast.

Es ist kurz nach zwölf Uhr am gestrigen Donnerstag, die Sonne scheint, es ist allerdings noch ein wenig frisch. Plötzlich kommen drei Fahrradfahrer auf den Schlossmacherplatz eingebogen: Arnd Bader (Mitarbeiter des Demenz-Servicezentrums Bergisches Land), Christian Heerdt (Mitarbeiter der Informations- und Koordinierungsstelle der Landesinitiative Demenz-Service NRW) und Christopher Winter (Geschäftsführer Solinger Sportbund).

Das Trio hat zwar schon gut 30 Kilometer hinter sich gebracht, wird aber noch den ganzen restlichen Tag auf dem Fahrrad unterwegs sein: Sie nehmen an der Tour "2030. Demenz - Bewegt in die Zukunft" des Demenz-Servicezentrums teil. "Unser Ziel ist es, das Thema Demenz und die Bedeutung von Bewegung im Alter weiter bekannt zu machen", sagt Bader, der sonst eher als ausdauernder Läufer bekannt ist. "Ja, wir haben uns in diesem Jahr dazu entschlossen, 'Demenz bewegt' auf dem Fahrrad zu machen. Dadurch können wir eben die ganze Region von Leichlingen bis Gummersbach erreichen. Mit Laufen würde das an einem Tag nicht wirklich klappen", bestätigt Bader lachend.

Rund 150 Kilometer werden die drei Radler im Laufe des Tages erstrampeln. Der Startpunkt war um acht Uhr morgens am Evangelischen Altenzentrum Hasensprungmühle in Leichlingen. "Da war es allerdings echt noch ein bisschen kalt", kommentiert Bader. Weitere Stationen der "Tour Demenz" sind Solingen, Wuppertal, Remscheid, Radevormwald, Gummersbach, Overath, Bergisch Gladbach und Burscheid, dann geht es zurück nach Leichlingen. "Ich finde es sehr interessant, was die Netzwerkpartner an den jeweiligen Stationen anbieten", sagt Bader. So sei am Diakoniezentrum Hohenhagen in Remscheid zeitgleich mit dem Eintreffen der Radler gegen elf Uhr ein neuer Bewegungsparcours für die Bewohner eingeweiht worden.

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In Rade sind Mitglieder des Vereins "aktiv55plus" zusammen mit zwei Ergotherapeutinnen des Rader Sana-Krankenhauses vor dem Haus der Begegnung zusammengekommen, um das Thema Demenz und die Bedeutung von Bewegung gerade im Alter deutlich zu machen: "Es ist ein wichtiges Thema, deswegen haben wir auch eine ganze Menge an Informationsmaterial mitgebracht", sagt Anke Kirchmann-Bestgen von "aktiv55plus". Mit dabei sei auch eine Art Bewegungskartenspiel: "Das sind 25 Karten, auf denen für den Alltag geeignete Bewegungsspiele zu finden sind", sagt Kirchmann-Bestgen. Schließlich spreche nichts dagegen, alltägliche Bewegungen, wie das Abtrocknen nach dem Duschen mit einer bewussten Bewegungsübung zu kombinieren.

Ganz praktische Übungen, die auch den Radfahrern guttun sollen, hat hingegen Janine Herminghaus aus ihrer Arbeit im Sana-Krankenhaus mitgebracht. "Wir machen gleich ein paar Bewegungsübungen, denn schließlich ist jede noch so kleine Bewegung besser, als keine Bewegung", sagt die Ergotherapeutin. Zunächst allerdings können sich die drei Radler mit Laugenstangen und Wasser stärken. "Wasser ist gut", sagt etwa Heerdt lachend, der sich auch darüber freut, dass die Sonne jetzt scheint: "Als hätten wir sie bestellt!"

Dann aber geht es an die Arbeit: "Alle stellen sich einmal im Kreis auf", sagt Herminghaus und ergänzt: "Wir machen einige Übungen, die teils der Beweglichkeit dienen, aber auch zur kognitiven Übung sind." Einfach geht es noch mit auf der Stelle marschieren los. Dann aber müssen die Teilnehmer sich auf ein Bein stellen und gleichzeitig den anderen Arm heben. Die unterschiedliche Tätigkeit beanspruche die beiden Hirnhälften und trainiere sie so. Ebenfalls im höheren Alter nicht ganz einfach ist eine andere Übung: "Beim auf der Stelle marschieren bitte einmal vorne und einmal hinten in die Hände klatschen", sagt die Ergotherapeutin. So könne man die Koordination verschiedener Bewegungen spielerisch üben.

(wow)