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Suchtpräventions-Sonderpreis geht in den Oberbergischen Kreis

Oberbergischer Kreis : Suchtpräventions-Sonderpreis geht in den Kreis

Mit den beiden Projekten „Verrückt? Na und!“ und „Lebensfarben“ konnte der Oberbergische Kreis bei einem bundesweiten Wettbewerb überzeugen. In beiden Fällen sollen Jugendliche unterstützt werden.

Auf Anregung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und mit Unterstützung der Kommunalen Spitzenverbände ist der Bundeswettbewerb „Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention“ ausgeschrieben worden. Gesucht wurden Städte, Kreise und Gemeinden, die mit wirkungsvollen Aktivitäten zur Suchtprävention ein besonders gutes Beispiel für andere Kommunen geben. Zusätzlich lobte der GKV-Spitzenverband einen Sonderpreis zum Thema „Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder aus suchtbelasteten Familien“ aus, den der Kreis mit den beiden eingereichten Projekten „Verrückt? Na Und!“ und „Lebensfarben“, gewonnen hat.

Im Dezember 2019 gründete das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises unter aktiver Beteiligung vielfältiger Einrichtungen der gemeindepsychiatrischen Versorgung die Regionalgruppe Oberberg zur Durchführung des Präventionsangebots „Verrückt? Na Und!“. Rabea Riesewieck ist im Gesundheitsamt als Koordinatorin der Regionalgruppe im Oberbergischen Kreis tätig und betreut das Projekt: „Wir bieten ‚Verrückt? Na und!‘ bei uns im Kreisgebiet an, weil wir wissen, dass psychische Krisen und Erkrankungen häufig vorkommen und überwiegend in der Jugendzeit bereits beginnen. „Verrückt? Na und!“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 20 Jahren und ihre Lehrkräfte. Ziel ist es, Bewusstsein für eine frühzeitige Auseinandersetzung mit psychischer Gesundheit zu schaffen. Das bedeutet, Ängste und Vorurteile abzubauen, Zuversicht und Lösungswege in Krisen zu vermitteln und Wohlbefinden zu fördern.

Auch der Verein „Lebensfarben“ will professionell Kinder und Jugendliche unterstützen. Die Karl-Bröcker-Stiftung aus Lippstadt sowie die Hans-Hermann-Voss-Stiftung aus Wipperfürth fördern das Projekt zu zirka 80 Prozent. Der Rest wird aus Spendengeldern finanziert.

Wenn ein Elternteil schwer erkrankt ist, beeinflusst dies die gesamte Familie. Das Familiensystem ist belastet und die erkrankte Person beansprucht ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Die Kinder und Jugendlichen in einer solchen Situation werden oft von der Umgebung und dem professionellen Hilfesystem übersehen. Zusätzlich fühlen sie sich oft hilflos, alleingelassen und mit der belastenden Situation überfordert. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sollen dort abgeholt werden, wo sie sich befinden, ihnen professionell zur Seite stehen und sie unterstützen. Darüber hinaus soll die präventive Arbeit Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten bei den Kindern und Jugendlichen verhindern.

Es bestehen unter anderem Kooperationsvereinbarungen mit der Oberbergischen Gesellschaft zur Hilfe für psychisch Behinderte, den Jugendämtern der Kreises sowie dem Gesundheitsamt. Weitere Informationen gibt es unter www.lebensfarben-oberberg.de

(s-g)