Streit um Schulnahmen hat Politik in Rade beschäftigt

Ansichtssache: Die Politik hat sich nicht mit Ruhm bedeckt

Wochenlang wurde debattiert, nun ist die Frage, wie die Sekundarschule heißen soll, entschieden. Nach all dem Aufwand bleibt es so, wie es ursprünglich von den Schülern beschlossen wurde.

Es war ein mühsamer Weg, doch die Entscheidung über den Namen der Sekundarschule in Radevormwald ist gefallen. Nun muss nur noch Malala Yousafzai ihr Einverständnis erklären. Großartig wäre es natürlich, wenn die weltberühmte Aktivistin anwesend wäre, wenn der Schule ihr Name verliehen wird. Die Debatte im Rat zeigte, dass sich in den vergangenen Wochen auf keiner der beiden Seiten Kompromissbereitschaft entwickelt hatte. Als die SPD der CDU sogar untersagen wollte, eine geheime Abstimmung zu beantragen, lagen die Nerven blank. War es wirklich nötig, die Sache so weit zu treiben? Nach dem Schulausschuss, in dem der SPD-Antrag erfolgreich war, hätten die Christdemokraten es sein lassen könnten. Es ist keine gute Grundlage für Ratsarbeit, wenn Entscheidungen der Fachausschüsse in den Wind geschlagen werden. Muss denn alles im Rat noch einmal neu diskutiert werden? Sitzen die Sachkundigen Bürger in den Ausschüssen nur sinnlos herum? Dann könnten die Fachausschüsse auch gleich wegfallen.

Aber auch die SPD sollte in sich gehen. Ihr Vorgehen im Schulausschuss hatte ein Geschmäckle. Zieht eine Fraktion ihren Antrag zurück und möchte noch einmal intern beraten, dann überrumpelt man sie nicht mit einer Abstimmung, bloß weil man gerade die Mehrheit hat. Auch das ist keine gute Grundlage für Ratsarbeit. Weder Christ- noch Sozialdemokraten haben sich mit Ruhm bekleckert. Freuen können sich immerhin die Schüler, Eltern und Lehrer, die schon immer auf Malala als ihre Namenspatronin gesetzt haben.

  • Wilfried Fischer (links) wird Kreisbrandmeister, Dietmar
    Wechsel an der Spitze der Feuerwehr : Fischer geht, Hasenburg wird neuer Feuerwehrchef

Eine Rader Personalie, über die es ausnahmsweise keinen Streit gibt, ist die Nachfolgeregelung von Wilfried Fischer, dem Leiter der Feuerwehr. Dietmar Hasenburg, der schon als Fischers Stellvertreter Erfahrung gesammelt hat, wird nun Wehrführer der Blauröcke werden. Fischer wird dafür Kreisbrandmeister, und zwar als erster in hauptamtlicher Funktion.

Fischer kann mit einem zufriedenen Gefühl Abschied von seinem bisherigen Amt nehmen, denn die Feuerwehr hat in diesem Jahr der Stadt ein außerordentliches Jubiläumsfest beschert. Und kurz darauf, als Unwetter über die Stadt niedergingen, waren die Feuerwehrleute wieder zur Stelle, um den Bürgern zu helfen. Wilfried Fischer und Dietmar Hasenburg kann man für ihre neuen Aufgaben nur das Beste wünschen.