Radevormwald: Strategien für ein zukunftsfähiges Radevormwald

Radevormwald : Strategien für ein zukunftsfähiges Radevormwald

Dietmar Stark, Fraktionsvorsitzender der SPD, schmunzelte. "Sie merken, wie nett wir miteinander umgehen. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für eine jahrelange Zusammenarbeit", sagte er. Der SPD sei es wichtig, die Probleme mit einem verlässlichen Partner anzugehen, der in der Lage sei, sie zu lösen. Das Ergebnis habe man in einem Strategie- und Umsetzungspapier zusammengefasst.

Struktur der Stadtverwaltung Es geht um Effektivität, ökonomisch sinnvolle Abläufe, Zuständigkeiten sowie finanzwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Ressourcen.

Haushaltsausgleich Den streben SPD und CDU wie im Haushaltsplan vorgesehen bis 2022 an. "Wir wollen alle Investitionen, die im Haushalt stehen, umsetzen, soweit die Drittmittel fließen", sagte Stark.

Demografie Beide Fraktionen wollen die demografische Entwicklung in den Mittelpunkt rücken und das Sozialraumkonzept weiterentwickeln. Hierzu zählt, dass bis 2020 ein Demografiebericht erarbeitet wird.

Wohnen Ziel ist es, jungen Familien Perspektiven und ein zukunftsfähiges Wohnumfeld zu bieten. CDU und SPD wollen Mehrgenerationen-Wohnen, aber auch eine Sanierungsoffensive für alten Wohnbestand - vor allem an der Wupper.

Arbeitsplätze Zum Leben gehören zukunftsfähige Arbeitsplätze. Beide Fraktionen wollen den Wirtschaftsstandort stärken und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft neue Aufgaben zuweisen. "Das geht nur mit ausreichend Personal. Auch das Stadtmarketing braucht einen Koordinator", sagte Stark. Das Veranstaltungs- und Kulturmanagement müsse besser koordiniert werden. Wichtig sei das Flächenmanagement, das sowohl Miet- als auch Freiflächen (inklusive Gewerbe und Industrie) umfasse.

Wülfing "CDU und SPD bekennen sich zu Wülfing und wollen weitere Maßnahmen umsetzen, wenn der Fördergeber mitspielt", sagte Stark. Für die gewerblichen Flächen müsse ein Vermietungskonzept erarbeitet werden. Hierfür wollen CDU und SPD den Betreiber des Industrieparks einbeziehen, der viele Arbeitsplätze geschaffen hat. "Wir wollen ihn stärken und ins Gesamtensemble integrieren", sagte Stark. So stelle er Bereiche für Ausstellungen zur Verfügung. Im August gibt es eine Hundertwasser-Ausstellung. "Das bringt uns dem Ziel näher, bei Wülfing eine Kleinkunstszene zu etablieren", sagte er.

Jugend und Bildung Große Herausforderung sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Wir wollen den Ausbau der U3-Betreuung auf hohem Niveau halten", sagte Stark. Kindergärten mit integrativen Gruppen sollen ausgebaut werden, auch unter Einbeziehung privater Einrichtungen. Um möglichst flexible Regelungen bei der Arbeitsgestaltung in den Betrieben soll es bei Gesprächen zwischen Stadtverwaltung und WFG im Herbst gehen. Die Jugendeinrichtungen sollen erhalten bleiben, Personal nicht reduziert werden.

Schullandschaft Damit jedes Kind in Rade einen Abschluss erreicht, der seinen Fähigkeiten entspricht, soll das Angebot von Förderschule bis Gymnasium erhalten bleiben. "Dafür starten wir den zweiten Versuch einer Sekundarschule. Hier wollen wir die Eltern mitnehmen und überzeugen", sagte Stark. Für die Inklusion müssten räumliche Voraussetzungen geschaffen und alle Drittmittel ausgeschöpft werden.

Kultur Die kulturelle Vielfalt soll erhalten bleiben. In vielen Initiativen werde bürgerschaftliches Engagement gefördert. Erstes Signal: Die Politik hat 30 000 Euro für die darstellende und bildende Kunst in den Haushalt eingebracht.

Sozialer Frieden SPD und CDU setzen sich nachhaltig für ein weltoffenes Radevormwald ein. Es müsse selbstverständlich sein, Menschen offen und herzlich zu empfangen. 50 000 Euro wurden bereitgestellt, um Sprachbarrieren abzubauen und eine erfolgreiche Integration zu ermöglichen. Auch Menschen am Rande der Gesellschaft müssten stärker beraten und betreut werden.

(RP)
Mehr von RP ONLINE