Ansichtssache: Straßensanierungen und der Blick zum Nachbarn

Ansichtssache: Straßensanierungen und der Blick zum Nachbarn

Kommunalpolitiker werden am Dienstag zum Haushalt wieder ihren politischen Blick auf Rade werfen. In der Stadtratssitzung sprechen sie vor der Verabschiedung des städtischen Haushaltsentwurfs.

Im bald ablaufenden Jahr hat das Land NRW einen Teil der Landstraßen saniert. Die "Schlaglochtouren" und "Rüttelpisten" im Uelfetal und nach Heide waren nicht mehr erträglich. In dieser Woche kam nun die gute Nachricht, dass es weitergeht und schlechte Abschnitte an anderen Stellen 2018 dran sind. Die Bundesstraße im Osten wird 2018 und 2019 ab Grüne an die Reihe kommen. Zwar gibt es eine Zeit lang Baustellen, diese dienen aber dazu, dass der Verkehr es später wieder reibungslos läuft.

Aus städtischer Sicht wird derzeit das Straßenkataster erarbeitet. Da wird es die Bestandsaufnahme wohl zu Beginn des kommenden Jahres geben. Die Verwaltung wird dann wissen, wie viele Mittel sie in den kommenden Jahren einsetzen sollte oder müsste. Hoffentlich wird das Ergebnis für die Stadt nicht zu einem Straßen-Debakel.

Im Jugendhilfeausschuss haben in dieser Woche die Familienhebammen der Psychologischen Beratungsstelle "Herbstmühle" eine erste Bilanz vorgelegt. Das Ergebnis ist, dass es in der Stadt zahlreiche Familien oder alleinerziehende Mütter gibt, die bei der Pflege und Erziehung ihrer Kinder auf Hilfe angewiesen sind oder denen Hilfe das Leben erleichtern könnte. Das Ergebnis ist eigentlich nicht überraschend. Es zeigt das Bild unserer Gesellschaft.

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Und da kommt die Adventszeit und auch Weihnachten ins Spiel. Eine Zeit, in der sehr viel von Nächstenliebe geredet wird. Das Einfachste ist, wenn jeder einen Blick auf seine Nachbarn wirft und guckt, ob dort vielleicht Hilfe nötig ist. Mit kleinen Gesten kann oft Großes angestoßen oder sogar erreicht werden. Vielleicht brauchen der Nachbar oder die Nachbarin auch nur ein ein wenig Zuspruch, Hilfe anzunehmen oder sie zu akzeptieren. Wem es vielleicht gelingt, dass der Nachbar eine der zahlreiche Hilfen in Anspruch nimmt, der hat schon viel gewonnen. Zahlreiche Vereine, Institutionen oder Kirchengemeinden bieten Unterstützung in verschiedenen Lebenssituationen an. Ein Beispiel ist der Trägerverein "aktiv55plus", der sich an Ältere richtet. Mitarbeiter sind am kommenden Montag, 11. Dezember, von 10 bis 12 Uhr zu Gast in der Evangelischen Kirchengemeinde am Siedlungsweg. Hoffentlich werden die Schwellen übertreten. Nur wenn das Angebot angenommen wird, wird der Verein sein Angebot auf die Wupperorte ausweiten können.

Der kommende Dienstag ist der Tag im Jahr, an dem traditionell die längste Sitzung eines Ratsgremiums stattfindet. Zum Jahresende wird in Rade immer der Haushalt verabschiedet, damit er von der Kommunalaufsicht möglichst schnell genehmigt werden kann. Für die Kommunalpolitiker entsteht das Problem, dass sie den städtischen Haushaltsentwurf, immerhin etwa 650 Seiten, innerhalb von zwei Monaten durcharbeiten sollten. Ein anspruchsvolles Programm. Im kommenden Jahr soll die Haushalts-Entscheidungszeit dann politikerfreundlicher organisiert werden. Man darf gespannt sein. Das gilt aber auch für die Sitzung am kommenden Dienstag. In sieben Minuten können die Fraktions- und Einzelvertreter ihre Meinung kundtun. Im Bundestag werden diese Reden oft als Abrechnung den Positionen der Regierung genutzt. In Rade gibt es keine Regierung, aber zahlreiche gemeinsame Entscheidungen. Man darf also auf Dienstag gespannt sein.

(RP)