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Fusion: Start für das Bergische Berufskolleg

Fusion : Start für das Bergische Berufskolleg

Mit einem Festakt wurde Mittwoch die Fusion der Berufsschulen in Wermelskirchen und Wipperfürth gefeiert. Die Gäste aus Politik und Schulwesen fanden aber auch mahnende Worte mit Blick auf die Zukunft.

Bis ein Puzzle fertiggestellt ist, dauert es einige Zeit, kostet es zuweilen viel Geduld. Wie das Zusammenbasteln eines Puzzles habe sich deshalb auch die Fusion der Berufskollegs in Wipperfürth und Wermelskirchen angefühlt, sagte Thilo Mücher zu Beginn des Festaktes für das neue Bergische Berufskolleg, dessen stellvertretender Leiter er ab sofort ist. "Am Anfang waren alle Teile zum Gelingen der Fusion verstreut, wollten irgendwie nicht so recht zusammenpassen. Heute ist mit der Zusammenlegung des Puzzles etwas Neues entstanden", sagte er.

Dass sich alle Teile doch zusammengefügt haben, die Fusion der Schulstandorte funktioniert hat, darüber war gestern nicht nur Mücher froh, sondern auch die geladenen Gäste in der Aula am Wipperfürther Standort waren es. Schließlich hat die Umwandlung der zwei Schulen in das neue "Bergische Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen", wie der vollständige Name der Institution lautet, mehrere Jahre Arbeit, Planung und politische Beschlussfassung in Anspruch genommen.

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Die Fusion der Schulstandorte war nötig geworden, weil beide Berufskollegs mehr und mehr mit einer rückläufigen Zahl an Schülern zu kämpfen hatten. "Wir müssen unsere Bildungsangebote heute veränderten Bedingungen anpassen wie dem Wegfall der Schulbezirke, dem Fachkräftemangel und der Bildungsbindung an die Region", fasste es gestern Jochen Hagt, Landrat des Oberbergischen Kreises zusammen. Als beste Lösung habe man ab 2013 die Fusion der Schulen ausgemacht.

Dafür mussten allerdings vor allem einige rechtliche Hürden überwunden werden: Seit 1943 war der Standort Wermelskirchen unter der Trägerschaft des Zweckverbandes Bergisches Land. Der wiederum wurde von den Kommunen Hückeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen getragen. Rechtlich war es jedoch nicht möglich, dass der Verband mit dem Oberbergischen Kreis als Träger des Wipperfürther Kollegs zusammenarbeitet und musste aufgelöst werden. Neuer Träger des Berufskollegs mit seinen beiden Standorten ist nun allein der Oberbergische Kreis.

"Der heutige Tag markiert damit auch das Ende eine Ära", sagte Wermelskirchens Bürgermeister Rainer Bleek in seiner Ansprache. Bis zur Auflösung des Zweckverbandes am gestrigen Tag war er dessen Vorsteher. Gerade weil sich das Berufskolleg jetzt als großes Ganzes verstehe, appelliere er zudem an Lehrer und die Schulleitung, beiden Standorten gerecht zu werden, auch wenn es schwierig sei. Die Vertreter des Oberbergischen Kreises ließ er außerdem wissen, dass man in Wermelskirchen weiterhin ein wachsames Auge auf den dortigen Standort habe.

Hermann-Josef Tebroke als Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises bezeichnete dagegen die Zusammenarbeit der beiden Kreise bei der Fusion der Schulen als "Krönung" der Kooperation miteinander. Man benötige in beiden Städten eine Standortsicherheit. Diese könne nun mit der Fusion gewährleistet werden. "Es ist für unsere Wirtschaft und für die Betriebe vor Ort wichtig, dass die Azubis hier eine Ausbildung erfahren", sagte Landrat Hagt. Schließlich gilt: Müssen Lehrlinge aus der Region keine weiten Strecken zur Schule zurücklegen, ist die Bereitschaft zur Ausbildung am Ort erfahrungsgemäß umso größer. Einen anderen Ansatz für ihre Rede wählte Schulleiterin Sylvia Wimmershoff: Sie sprach per Video-Chat mit sich selbst im Jahr 2022, fünf Jahre nach der Fusion. Diese sei die richtige Entscheidung gewesen, versicherte ihr Zukunfts-Ich, berichtete von einer digitalen Schule 4.0 und gab unter allgemeinem Gelächter Tipps zum Beispiel im Umgang mit fliegenden Hoverboards. Zwischendurch saß die Schulleiterin zudem immer wieder am Keyboard mit der Schulband, die den Festakt musikalisch begleitete. Nach dem offiziellen Teil ging es im Foyer des neuen Bergischen Berufskollegs mit einem Sektempfang und Plaudereien weiter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Festakt zur Fusion der Berufsschulen

(lai)