Leben & Lernen: Kooperation zwischen Förderschule und Berufskolleg

Leben & Lernen : Kooperation zwischen Förderschule und Berufskolleg

RADEVORMWALD Eine möglichst erfolgreiche Schullaufbahn ist das eine. Aber nach dem Abschluss geht es in den Beruf, und da ist es besonders wichtig, Ansprechpartner auch an den Stellen zu haben, die den Weg in den Beruf ebnen.

Etwa an den Berufskollegs. Mittlerweile gibt es kreisweit bereits 20 Kooperationen zwischen weiterführenden Schulen und den drei hiesigen Berufskollegs.

Jetzt unterzeichnete einen auch die Förderschule Nordkreis mit den beiden Standorten in Radevormwald (Armin-Maiwald-Schule) und Hückeswagen (Erich-Kästner-Schule) einen entsprechenden Kooperationsvertrag mit dem Bergischen Berufskolleg. Melanie Herzhoff ist Lehrerin an der Förderschule und betreut dort den Oberstufenbereich. "Zusammen mit der Konrektorin Steffie Langmesser waren wir am Berufskolleg Gummersbach, wo wir den Vertrag unterzeichnet haben." Dabei gehe es vor allem darum, den Übergang der Schulabsolventen ans Berufskolleg zu erleichtern, sagt Iris Trespe, Pressereferentin der Kreisverwaltung.

Ziel sei es, den Schülern eine weitere Möglichkeit zu eröffnen, ein zugeschnittenes Bildungsangebot zu nutzen. Die Zusammenarbeit mit dem Bergischen Berufskolleg mit den Standorten Wipperfürth und Wermelskirchen sei in der Förderschule Nordkreis schon länger geplant gewesen, sagt Herzhoff: "Jetzt hat es endlich geklappt." Die Lehrerin freut sich besonders darüber, dass künftig die Überlegungen, wie es für die Absolventen an ihrer Schule weitergehen werde, persönlicher gestaltet werden könnten. "Wir haben nun direkte Ansprechpartner am Berufskolleg und können auch mit unseren Schülern individuelle Absprachen treffen, wie ihre Zeit am Berufskolleg aussehen wird." Zuvor sei der Anschluss an den Abschluss eher anonym über Angebote wie den Ausbildungsbasar gelaufen, sagt die Lehrerin. "Jetzt ist das alles wesentlich persönlicher", ergänzt sie.

Die Kooperationsvereinbarung gilt ab sofort. Das sei von Bedeutung, weil die zentralen Abschlussprüfungen gerade erst geschrieben worden seien und somit die Schüler in den kommenden Tagen über ihre Abschlüsse informiert würden. An der Förderschule Nordkreis können die Schüler sowohl den Förderschulabschluss als auch die Hauptschulabschlüsse 9, 10A und 10B machen. Danach würde sich dann entscheiden, welche Richtung die Jugendlichen auf dem Berufskolleg einschlagen könnten. Anke Koester, Leiterin des Bildungsbüros Oberberg, begrüßt die neuen Kooperationsverträge: "Das ist ein gutes Beispiel für gelungene Bildungsnetzwerkarbeit." Das Beispiel Oberbergs habe schon Schule gemacht, berichtet Trespe: "Außerhalb des Kreises ist man bereits auf unser Modell der strukturierten Zusammenarbeit der Berufskollegs mit weiterführenden Schulen aufmerksam geworden." Erste Anfragen anderer Regionen mit Bitte um Informationen zum Projekt lägen bereits vor. WOLFGANG WEITZDÖRFER

(RP)